Glucosamin

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Überblick:

Schätzungsweise jeder 2. Mensch über 50 leidet unter Gelenksbeschwerden, ab 60 ist Arthrose keine Seltenheit mehr. Schulmedizinisch steht eine Reihe von Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung, doch der Blick in den Bereich Naturmedizin wird immer öfters von Betroffenen gewagt. Ein Hilfsmittel bei Gelenksbeschwerden ist Glucosaminsulfat, welches zwar zwiespältig betrachtet, aber als durchaus hilfreich angesehen wird.

Was ist Glucosamin

1. Was ist Glucosamin?

Glucosamine sind kleine Moleküle, die auf natürlicher Basis im Knorpelgewebe vorkommen. Es handelt sich primär um ein Monosaccharid, ein wasserlöslicher Zucker. Um Knorpelgewebe herzustellen, benötigt der Körper Glucosamine, die aus sogenannten Glykosaminoglykanen bestehen. Gesunde Gelenke sind in der Lage Stößen standzuhalten und bleiben elastisch, was durch die Glykane gefördert wird. Der menschliche Körper ist in der Lage Glucosaminsulfat selbst zu bilden. Hierfür verbindet er Glutamin mit Schwefel und Glukose. Dies ist allerdings nur in begrenztem Maße möglich und im Alter nimmt die Fähigkeit ab. Bei einer kohlenhydratarmen Ernährung wird zudem nur ein geringer Anteil an Glukose zugeführt, so dass die Fähigkeit des Körpers gedrosselt wird.

Durch Glucosamin wird die Herstellung von Glykosaminoglykanen im Inneren der Knorpelzellen angeregt, wodurch das Knorpelgewebe besser in der Lage ist Stöße abzufangen und insgesamt elastischer wird. Gewonnen wird das Produkt außerhalb des Körpers von Schalentieren, wobei Shrimps hier im Fokus stehen.

Was ist noch in Glucosamin Chondroitin enthalten?

Ein Großteil der verkauften Präparate beinhalten neben Glucosamid Chondroitin noch weitere Inhaltsstoffe, die nicht bedenklich sind. Im Gegenteil, die richtigen Beigaben, wie beispielsweise MSM sorgen dafür, die Wirkung zu verstärken. Zu den gut geeigneten Inhaltsstoffen, die die Wirkung von Glucosamin Kapseln oder Pulver verstärken können gehören:

Omega-3-Fettsäuren:

Omega-3-Fettsäuren unterstützen das Abwehrsystem, können den Stoffwechsel regulieren und bieten einen Schutz vor Infektionen und Entzündungen. Besonders bei Arthritis, die als entzündliche Gelenkerkrankung gilt, ist Omega-3-Fettsäure essentiell wichtig. Darüber hinaus erhält der Körper die benötigten guten Fette.

Vitamin C:

Freie Radikale sind für viele körperliche Missempfindungen und Erkrankungen verantwortlich. Dank der antioxidativen Eigenschaften von Vitamin C wird das Immunsystem gestärkt und die freien Radikale werden bekämpft.

Vitamin E:

Auch Vitamin E ist ein sinnvoller Zusatzstoff in Glucosamin Kapseln und Pulver, denn es besitzt ebenfalls eine antioxidative Wirkung, stärkt das Immunsystem und hemmt Entzündungen. Vor allem bei entzündlichen Gelenkserkrankungen kann die Beigabe von Vitamin E sehr hilfreich sein.

Selen:

Zur Steigerung der Immunabwehr und zum Kampf gegen freie Radikale ist Selen ein essentieller Baustein, der die Wirkung von Glucosaminen unterstützt. Außerdem werden bestehende Entzündungen gehemmt und der Stoffwechsel wird aufrecht erhalten.

Zink:

Für die Stärkung des Immunsystems und zur schnellen Bekämpfung von Entzündungen ist Zink ein unverzichtbares Spurenelement. Herrscht ein Mangel im Körper, macht sich dies oft in Gelenkbeschwerden bemerkbar.

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Wie wirkt Glucosamin

2. Wie wirkt Glucosamin?

Erhältlich sind zum einen Monoprodukte, zum anderen aber auch Glucosamin Chondroit Kombinationen. Chondroit wird während der Verdauung in Glucosaminhydrochlorid umgewandelt. Die am stärksten wirksame Variante ist Glucosaminsulfat, weniger wirksam ist hingegen das ebenfalls angebotene Glucosaminhydrocholid. Letzteres Produkt wurde bislang kaum untersucht, daher ist ein effektiver Nutzen nicht bewiesen.

Die Wirkung von Glucosamin Chondroit in Kombination oder als Soloprodukt auf den menschlichen Körper ist enorm. Entzündungen lassen sich damit behandeln, bei einer längerfristigen Einnahme werden auch Schmerzen gelindert. Insbesondere bei Beschwerden im Bereich der Knie- und Hüftgelenke ist die Wirkung nachgewiesen. Knorpel verschleißt durch die Einnahme weniger, außerdem kann sich bereits degeneriertes Knorpelgewebe wieder erholen.

Beim rhythmischen gehen nimmt der Knorpel Glucosamine durch das Blut auf und transportiert sie zum Knorpelgewebe. Die enthaltenen Wirkstoffe forcieren hier einerseits den Schutz des vorhandenen Knorpelgewebes, andererseits den Aufbau von neuem Gewebe. Das Protein hat hervorragende entzündungshemmende Eigenschaften und kann vorhandene Schädigungen umkehren.

Die Ergänzung mit Chondroitin ist häufig, da Chondroinsulfat den menschlichen Körper bei der Speicherung von Wasser unterstützt. Chondroit besteht aus Knorpel von Haifischen oder Kühen.

Was kann bei einem Glucosaminmangel passieren?

Auch wenn der Körper selbst Glucosamine produziert, reduziert sich die Anzahl mit steigendem Alter. Die Flüssigkeit in den Gelenken nimmt ab, Stöße werden nicht mehr so gut abgefedert und gedämpft. Durch den Mangel an Flüssigkeit entsteht überdies ein Glucosaminmangel, was Unbeweglichkeit, Entzündungen und Gelenksteife zur Folge hat. Die folgenden Symptome können auf einen Glucosaminmangel hindeuten:

  • Muskel- und Gelenksteifigkeit
  • Osteoarthritis
  • Gelenkschmerzen
  • geräuschvolles Knacken im Bereich der Gelenke
  • verringerte Knochendichte

 

Ein Glucosaminmangel lässt sich mit einer kontrollierten Nahrungsergänzung mit entsprechenden Präparaten behandeln. Durch die Einnahme wird die Kollagenproduktion ebenso stimuliert wie die Produktion neuer Gelenkflüssigkeit. Bei regelmäßiger Anwendung ist es durchaus möglich, einem Glucosaminmangel präventiv vorzubeugen und entzündliche Gelenkerkrankungen zu verhindern. [1]

Beste Glucosamin

3. Welches Glucosamin ist das Beste?

MSM Forte aus dem Hause Yoyosan enthält alles was der menschliche Körper für einen gesunden Knorpelaufbau benötigt. Eine Kombination aus Glucosamin Chondroitin und MSM macht die Kapseln sehr effektiv und wirksam. Täglich wird empfohlen vier Glucosamin Kapseln einzunehmen.

Warum die Kombination mit MSM?

MSM gehört zu den organischen Schwefelverbindungen. Diese kommen in Menschen auf natürliche Weise vor, können aber nicht durch die normale Nahrung aufgenommen werden. Schwefel ist an zahlreichen körperlichen Prozessen und an der Zellfunktion maßgeblich beteiligt. Um Eiweiß aufzubauen benötigt der Körper Schwefel. MSM wirkt gegen zahlreiche schädigende Einflüsse durch Parasiten, Bakterien und Pilze. Auch Hautkrankheiten können mit den Kapseln behandelt werden. [2]

Hilft Glucosamin

4. Gegen welche Beschwerden hilft Glucosamin?

4.1 gegen Gelenkbeschwerden

Glucosamin Pulver oder auch Kapseln helfen in erster Linie dem Knorpel und dem Bindegewebe dauerhaft elastisch und stabil zu bleiben. Es handelt sich um einen essentiellen Stoff für alle Vorgänge im menschlichen Gelenkapparat und wird dringend benötigt, um die Gelenkgesundheit zu erhalten. Die Wirkung besteht aus mehreren Bausteinen:

  1. Reduktion der Gefahr an Arthritis zu erkranken
  2. Reduktion von Gelenksentzündungen
  3. Schmerzlinderung im Bereich der Gelenke
  4. Wiederherstellung verlorengegangener Knorpelsubstanz

2003 wurde in den Niederlanden eine Studie durchgeführt die besagt, dass Glucosaminprodukte in der Lage sind die Proteoglykan-Biosynthese anzuregen und auf diese Weise einen übermäßigen Abbau des Knorpels verhindern können. [3]

4.2 gegen Bandscheibenleiden

Auch einer Degeneration der Bandscheiben kann entgegengewirkt werden, wenn im frühen Stadium mit der Nahrungsergänzung begonnen wird. Die Einnahme ist hierfür allerdings über mehrere Monate erforderlich und sollte konsequent durchgeführt werden.

In zwei Studien gewannen Wissenschaftler 2003 und 2004 Daten die besagten, dass das Glucosaminverbindungen sicher und effektiv den Krankheitsverlauf von Knie-Arthrose mildern können, bei gleichzeitiger Verzögerung des degenerativen Abbaus.

Eine andere Studie bewies nicht nur die Ausbremsung der Symptomatik, sondern auch den deutlichen Schmerzrückgang, vergleichbar mit dem Effekt, der durch die Einnahme von nichtsteroidalen Antirheumatika entsteht.

Erstaunlich war festzuhalten, dass Glucosaminhydrochlorid bei Patienten mit leichtgradiger Arthrose kaum wirksamer war als ein Placebo. Bei Betroffenen mit mittlerer oder schwergradiger Arthrose hingegen war die Wirkung fulminant. Eine bessere Wirksamkeit konnte durch die Kombination mit Chondroitinsulfat erzielt werden. [4]

Der Wirkungseintritt passiert verzögert, was durch den verlangsamten Stoffwechsel im Inneren der Knorpel erklärt ist. Es kann bis zu sechs Monate dauern, bis sich relevante schmerzlindernde Effekte zeigen. Bis zum Aufbau einer höheren Knorpeldichte können sogar bis zu 18 Monate vergehen.

4.3 gegen Verschleißerscheinungen

Durch die Kombination von Schwefel, Glucosamin und Chondroitin kann Gelenksbeschwerden effektiv vorgebeugt werden. Der Knorpel gerät in die Position sich wieder zu erholen, selbst Verschleißerscheinungen können rückgängig gemacht werden. Ob bei entzündlichen Erkrankungen wie Arthritis oder bei Verschleißbeschwerden in Form von Arthrose – Glucosamin Kapseln sind neben der Schulmedizin in der Lage die Beschwerden deutlich zu verbessern.

4.4 gegen Arthrose

Die am häufigsten vorkommende Gelenkserkrankung ist Arthrose in den Händen. Die Erkrankung äußert sich durch starke Schmerzen und einen sehr negativen Einfluss auf die Lebensqualität. Bis zu 30 Prozent aller Erwachsenen ist von Arthrose der Fingergelenke betroffen. Bei den über 60-jährigen sind es sogar mehr als die Hälfte. In Studien wurde die Glucosamin Wirkung bei derartigen Beschwerden nachgewiesen. Verglichen mit einer Kontrollgruppe, die mit einem Placebo behandelt wurden, nahmen die Schmerzen im Bereich der Hände deutlich ab. Zudem verbesserte sich die Handfunktion, was die Glucosamin Wirkung bestätigen konnte. [5]

Um eine Glucosamin Wirkung nachzuweisen war ein Behandlungszeitraum von mindestens drei Monaten erforderlich. Die Wirkungsweise ähnelt derer der nichtsteroidalen Antirheumatika, allerdings mit einem deutlich günstigeren Nebenwirkungsprofil. Viele Patienten sind gegenüber Nebenwirkungen durch NSAR sehr anfällig, insbesondere wenn bereits Organschäden oder andere Krankheiten vorliegen. Wenn eine ähnliche Wirkung bei geringeren Nebenwirkungen erzielt werden kann, ist die Nahrungsergänzung mit Glucosaminsulfat eine erwähnenswerte Alternative oder Ergänzung zur Schulmedizin.

Dosierung und Einnahme Glucosamin

5. Wie wird Glucosamin eingenommen bzw. wie dosiert man es?

Es ist bei der Verwendung von Glucosaminprodukten nicht mit Nebenwirkungen zu rechnen, denn der körpereigene Baustein gilt als gut verträglich. Wird mit einer sehr hohen Dosierung gestartet, kann es zu ungewollten Begleitsymptomen kommen wie:

  • Kopfschmerzen
  • Bauchschmerzen
  • Übelkeit
  • Hautreaktionen
  • Müdigkeit

 

Solche Symptome sind immer ein Grund dafür die Einnahme zu beenden und zunächst einen Arzt oder Apotheker zu Rate zu ziehen. Gemeinhin hilft eine niedrige Eindosierung dabei, die Gefahr von Nebenwirkungen gering zu halten aber dennoch die volle Glucosamin Wirkung zu erhalten.

Fazit Glucosamin

6. Fazit: Warum ist Glucosamin so gesund?

Ob Glucosamin Pulver oder Kapseln, die Einnahme hat sich bei vielen Beschwerden im Bereich der Gelenke bereits bewährt. Die Erfahrungen zahlreicher Nutzer besagen, dass die Kombination aus Glucosamin Chondroitin besonders effektiv wirkt. Langfristig angewendet kann Glucosamin Pulver in der Lage sein, den Bedarf an nichtsteroidalen Antirheumatika zu senken und somit eine funktionierende Behandlung mit geringem Nebenwirkungsprofil durchzuführen. Insgesamt ist das Nahrungsergänzungsmittel Glucosamin vor allem bei fortgeschrittener Arthrose immer einen Versuch wert, denn die Beschwerden sind mannigfaltig, der Wunsch nach Linderung bei den Betroffenen groß. Dank kaum nennenswerter Nebenwirkungen und einer praktischen Dosierbarkeit von Kapseln und Pulver ist die Anwendung leicht, effektiv und für die Betroffenen mit positiven Ergebnissen verbunden.

Quellenverzeichnis:

  1. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/18756654/
  2. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/24861964/
  3. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/26806187/
  4. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/22293240/
  5. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/26980567/
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