August Crelle

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August Leopold Crelle
Straßenschild in Berlin-Schöneberg

August Leopold Crelle (* 17. März[1] 1780 in Eichwerder (bei Wriezen); † 6. Oktober 1855 in Berlin) war ein deutscher Mathematiker, Architekt und Ingenieur. Er ist insbesondere als Gründer des Journals für die reine und angewandte Mathematik, auch kurz „Crelles Journal“ genannt, bekannt.

Leben

Crelle eignete sich sein Wissen ohne Schulausbildung durch eigene Lektüre an. Er zeigte eine besondere Neigung zur Mathematik, später zu den Staatswissenschaften. 1803/04 begleitete er David Gilly auf eine dreimonatige Studienreise nach Paris. Äußere Verhältnisse ließen ihn dann das Straßenbaufach annehmen. Nachdem er bei dem preußischen Staatsbauwesen mehrere untergeordnete Stellungen bekleidet hatte, wurde er später zum Geheimen Oberbaurat und Mitglied der Oberbaudirektion ernannt. Die meisten zwischen 1816 und 1826 im preußischen Staat gebauten Kunststraßen wurden unter seiner Mitwirkung gebaut, die Berlin-Potsdamer Eisenbahn sogar nach seinem Entwurf.

Er begründete 1826 das Journal für die reine und angewandte Mathematik, auch kurz „Crelles Journal“ genannt, und war dessen Herausgeber. Das Journal war die erste größere Mathematische Zeitschrift, die nicht einer Akademie angegliedert war, und Anfang des 19. Jahrhunderts die führende mathematische Zeitschrift. Sie besteht noch heute. Gleich in der Anfangszeit gelang es Crelle, bedeutende Mathematiker wie die Berliner Jakob Steiner, Peter Gustav Lejeune Dirichlet, Ernst Eduard Kummer, Carl Gustav Jacobi, Gotthold Eisenstein und insbesondere Niels Henrik Abel als Autoren zu gewinnen. Mit diesen konnte er sich erfolgreich gegen die damals vorherrschenden französischen Zeitschriften etablieren. Crelle selbst wurde zu einer festen Größe im wissenschaftlichen und gesellschaftlichen Leben Berlins.

Bereits seit 1815 Oberbaurat, wurde er 1828 Mitglied der Preußischen Akademie der Wissenschaften. 1834 wurde er als korrespondierendes Mitglied in die Russische Akademie der Wissenschaften in Sankt Petersburg aufgenommen.[2] 1853 wurde er gewähltes Mitglied der American Philosophical Society.[3] 1849 schied er aus Gesundheitsgründen aus dem Staatsdienst aus.

Als Mathematiker fand er neue Ergebnisse in der Dreiecksgeometrie (1816), als er die Aufgabe betrachtete, einen Punkt im Innern des Dreiecks zu finden, dessen Verbindungsstrecken zu den Ecken gleiche Teilwinkel mit den Seiten bilden. Ausgehend vom gleichen Problem wurden die Ergebnisse von Henri Brocard in Frankreich 1875 wiedergefunden.

August Crelle starb nach langem Leiden am Nachmittag des 6. Oktober 1855 im Alter von 75 Jahren. Die Beisetzung erfolgte am 10. Oktober auf dem Kirchhof der Dorfkirche Schöneberg. Das Grab ist nicht erhalten.[4]

Zur Erinnerung an den Mathematiker und Baumeister trägt seit 1958 die Crellestraße im Berliner Ortsteil Schöneberg – nahe der von ihm entworfenen Bahnlinie – seinen Namen.[5]

Werke (Auswahl)

  • Einige Bemerkungen über die Principien der Variations-Rechnung. In: Abhandlungen der Königlichen Akademie der Wissenschaften. Aus dem Jahre 1833. Berlin 1835, S. 1–40.

Literatur

Weblinks

Commons: August Crelle – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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Einzelnachweise

  1. Einige hier angegebene Weblinks nennen den 11. März als Geburts-Datum. Da aber Crelles - hier gleichfalls verlinkter - autobiographischer Lebenslauf und auch die im Artikel abgebildete Berliner Gedenktafel den 17. März nennen, dürfte diese Angabe sehr wahrscheinlich eher stimmen.
  2. Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. August Leopold CrelleSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. Russische Akademie der Wissenschaften, abgerufen am 24. September 2015 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 149: attempt to index field 'data' (a nil value), falsche Transliteration des Namens).
  3. Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. American Philosophical Society, abgerufen am 1. Juli 2018.
  4. Traueranzeige der Witwe, datiert auf den 6. Oktober 1855. In: Vossische Zeitung. 9. Oktober 1955. S. 23. Mende: Lexikon Berliner Begräbnisstätten. S. 713.
  5. Crellestraße. In: Straßennamenlexikon des Luisenstädtischen Bildungsvereins (beim Kaupert)

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