Home Medizin Wie sehr beeinflusst die Bildschirmzeit wirklich die kindliche Entwicklung?

Wie sehr beeinflusst die Bildschirmzeit wirklich die kindliche Entwicklung?

von NFI Redaktion

Es ist fünf Jahre her, dass Frankreich dies getan hat, und jetzt haben die Niederlande dem Beispiel folgen und Geräte wie Mobiltelefone und Tablets in Klassenzimmern verbieten, es sei denn, sie werden während des Unterrichts, aus medizinischen Gründen oder von Schülern mit Behinderungen benötigt. Das Verbot zielt darauf ab, Ablenkungen während des Schultages zu begrenzen. Es ist eine willkommene Entgiftung unserer Geräte, aber es bleibt die Frage, ob zu viel Bildschirmzeit sich negativ auf die kindliche Entwicklung auswirkt. Karen Mansfield, Postdoktorandin im Bereich jugendliches Wohlbefinden im digitalen Zeitalter an der Universität Oxford, erklärt, dass die Beweislage zu diesem Thema nicht eindeutig ist.

Die Umsetzung politischer Maßnahmen eilt den Erkenntnissen weit voraus. Tiziana Metitieri, eine kognitive Neuropsychologin am Meyer-Krankenhaus in Florenz, Italien, stimmt dieser Ansicht zu und betont, dass die bloße Menge der Bildschirmzeit kein ausreichender Maßstab ist, um deren Auswirkungen auf die kognitive und psychologische Entwicklung zu verstehen. Auch zitierte Forschungsergebnisse sind noch jung und nicht konsistent.

Die jüngsten Berichte der UNESCO und der OECD betonen zwar einen Zusammenhang zwischen übermäßiger Mobiltelefonnutzung und verminderten Bildungsleistungen und emotionaler Stabilität, aber die langfristigen Auswirkungen eines Smartphone-Verbots sind noch nicht belegt.

Die digitale Bildschirmzeit kann produktiv sein, insbesondere für Bildungszwecke, sagte Sakshi Ghai, Postdoktorandin an der Universität Oxford. Es ist wichtig, herauszufinden, was einen angemessenen Konsum digitaler Medien ausmacht. Die Schlüssel liegen in der relationalen Umgebung, in der diese digitalen Erfahrungen stattfinden.

Es ist wichtig, ein Gleichgewicht zu finden, das es Kindern ermöglicht, die Vorteile der digitalen Technologie zu nutzen und gleichzeitig ihre geistigen, körperlichen und sozialen Fähigkeiten zu schützen. Die Politik muss vorsichtig sein, wenn sie aufgrund begrenzter Beweise Maßnahmen ergreift. Es ist wichtig, den Inhalt und Kontext der Bildschirmzeit zu verstehen, Eltern und Lehrer aufzuklären und digitale Erfahrungen mit Offline-Aktivitäten zu integrieren.

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