Home Medizin Wie hoch ist die Inzidenzrate eines zweiten primären Melanoms?

Wie hoch ist die Inzidenzrate eines zweiten primären Melanoms?

von NFI Redaktion

OBERSTEN ZEILE:

In einer landesweiten Langzeit-Kohortenstudie aus Norwegen wurde festgestellt, dass höheres Alter und männliches Geschlecht mit einem erhöhten Risiko für ein zweites primäres invasives Melanom verbunden sind.

METHODIK:

  • Das Wissen über das Risiko eines zweiten primär invasiven Melanoms im Laufe der Zeit ist nach wie vor unvollständig.
  • Forscher führten eine Kohortenstudie mit 19.196 Personen durch, bei denen zwischen 2008 und 2020 invasive Melanome diagnostiziert wurden; 51% waren Frauen. Das Durchschnittsalter bei der ersten primären Melanomdiagnose betrug 62 Jahre.
  • Das Hauptergebnis war die Inzidenzrate des zweiten primär invasiven Melanoms nach der Erstdiagnose.
  • Es wurden beschleunigte Ausfallzeitmodelle verwendet, um Zusammenhänge mit Patienten- und Tumoreigenschaften zu untersuchen. Die mittlere Zeit zwischen dem ersten und zweiten Melanom und die Wahrscheinlichkeit, dass zweite primäre Melanome an derselben oder einer anderen Stelle wie das erste auftreten, wurden berechnet.

ERGEBNISSE:

  • Die Inzidenzrate eines zweiten primären Melanoms im ersten Jahr nach dem ersten betrug 16,8 pro 1000 Personenjahre. Im zweiten Jahr sank dies auf 7,3 und blieb dann stabil.
  • Das Patientenalter beeinflusste die mittlere Zeit zwischen den Melanomen. Das mittlere Intervall betrug 37 Monate bei <40-Jährigen, 18 Monate bei 50-59-Jährigen und 11 Monate bei ≥80-Jährigen.
  • 47% der Patienten entwickelten das zweite Melanom an derselben Stelle wie das erste, während es bei den übrigen an einer anderen Körperstelle auftrat.
  • Das mittlere Intervall für Männer, die ein zweites primäres Melanom an derselben Stelle entwickelten, war kürzer als bei Frauen.

IN DER PRAXIS:

Die Autoren empfehlen eine verstärkte Überwachung für ältere Patienten, insbesondere Männer, in den ersten drei Jahren nach der Erstdiagnose.

QUELLE:

Die Studie wurde vom Oslo Center for Biostatistics and Epidemiology durchgeführt und am 28. Februar 2024 in JAMA Dermatologie veröffentlicht.

EINSCHRÄNKUNGEN:

Es fehlten Informationen zu phänotypischen Merkmalen, UV-Strahlung, genetischen Faktoren und Nachuntersuchungen der Haut.

OFFENLEGUNG:

Die Studie wurde von der regionalen Gesundheitsbehörde Südostnorwegens unterstützt. Die Autoren erklären, keine Interessenkonflikte zu haben.

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