Home Medizin Was führt bei ALLEN zu einer „Überlebensklippe“ nach der Kindheit?

Was führt bei ALLEN zu einer „Überlebensklippe“ nach der Kindheit?

von NFI Redaktion

Die akute lymphatische Leukämie (ALL) ist eines der großen Rätsel der Hämatologie: Warum erholen sich Kinder gut, während Jugendliche und junge Erwachsene weiterhin hohe Sterblichkeitsraten aufweisen? Auf der Jahrestagung der American Society of Hematology im Dezember diskutierten Kliniker das Ausmaß des Problems, das als „Überlebensklippe“ bezeichnet wird, und mögliche Strategien zur Änderung dieser Situation.

Dr. John Molina, Hämatologe an der Cleveland Clinic, hob eine Studie aus dem Jahr 2022 hervor, die zeigte, dass das 5-Jahres-Gesamtüberleben für pädiatrische Patienten bei 93 % liegt, aber bei 15-19-Jährigen auf 74 % sinkt. Für junge Erwachsene im Alter von 20 bis 39 Jahren beträgt die Gesamtüberlebensrate nur 59 %. Warum gibt es diesen Unterschied? Derzeit beginnen diejenigen, die eine Behandlung in onkologischen Kliniken für Erwachsene beginnen, entweder mit CALGB 10403 oder HyperCVAD.

CALGB 10403 wurde auf der Grundlage eines pädiatrischen Grundgerüsts entwickelt und weist im Vergleich zu HyperCVAD höhere Dosen wichtiger Wirkstoffe auf. Eine Studie aus dem Jahr 2019 ergab, dass Jugendliche und junge Erwachsene mit CALGB 10403 effektiv behandelt werden können. Allerdings schlossen nur 39 % der Patienten die Behandlung gemäß Protokoll ab. Die Debatte über die bessere Behandlungsmethode, CALGB 10403 oder HyperCVAD, geht weiter. Einige Untersuchungen deuten darauf hin, dass pädiatrisch inspirierte Therapien die Ergebnisse verbessern könnten.

Dr. Tamara Miller, Kinderkrebsspezialistin der Emory University/Children’s Healthcare of Atlanta, untersuchte mögliche Gründe für die unterschiedlichen Ergebnisse je nach Alter. Krebsbiologie, Reaktion auf Chemotherapie, Toxizitäten, psychosoziale Herausforderungen und geringe Teilnahme an klinischen Studien könnten Faktoren sein, die den Unterschied erklären. Sie betonte auch die Schwierigkeiten älterer Patienten bei der Medikamenteneinnahme und die fehlende Versicherung.

Dr. Emily Curran, Leukämie-Spezialistin an der University of Cincinnati, erklärte, dass Forscher verschiedene Wege erforschen, um die Ergebnisse zu verbessern, einschließlich zielgerichteter Signalwege und Therapien wie CAR-T-Therapie.

Es wird deutlich, dass trotz der Fortschritte in den Behandlungsmethoden ältere ALL-Patienten weiterhin mit schlechteren Ergebnissen konfrontiert sind. Die Fortsetzung der Forschung und die Entwicklung neuer Therapien sind entscheidend, um dieses Problem anzugehen.

Dr. Molina gab Honorare und Beratungsbeziehungen mit Autolus bekannt. Dr. Curran berichtete über Verbindungen zu Kite, Amgen, Incyte, Pfizer, Jazz und Servier. Dr. Miller hat keine Angaben.

Dieser Artikel erschien ursprünglich auf MDedge.com, Teil des Medscape Professional Network.

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