Home Medizin Warum wird eine Nierenerkrankung so oft übersehen?

Warum wird eine Nierenerkrankung so oft übersehen?

von NFI Redaktion

Fast 37 Millionen Amerikaner, was 15 % der Bevölkerung entspricht, leiden an einer chronischen Nierenerkrankung (CKD), aber alarmierenderweise sind sich 9 von 10 Erwachsenen mit dieser Erkrankung ihrer Diagnose nicht bewusst. Eine neue Studie der Stanford University zeigt, dass das Screening asymptomatischer Erwachsener über 35 Jahre eine kostengünstige Strategie sein könnte, um Patienten mit CKD zu identifizieren, bevor sich die Krankheit schwerwiegend entwickelt.

Hausärzte sollten ihre Behandlungsstrategien ändern und statt nur Menschen mit Diabetes und Bluthochdruck zu untersuchen, auch asymptomatische Erwachsene über 35 Jahren auf CKD untersuchen. Dies wird nicht nur von der American Diabetes Association, sondern auch von der American Heart Association empfohlen, die ein neues kardiovaskuläres-nieren-metabolisches (CKM) Syndrom definiert hat. Das CKM-Syndrom umfasst Fettleibigkeit, Diabetes, CKD und Herz-Kreislauf-Erkrankungen, die oft gemeinsam auftreten. Deshalb wird ein gestaffelter Ansatz empfohlen, um CKM während des gesamten Lebens zu überwachen und zu identifizieren.

Obwohl Fachgesellschaften die Bedeutung des Screenings von Personen mit Risikofaktoren anerkennen, kommt es in der Praxis zu Verzögerungen bei der Umsetzung. Laut Dr. Sylvia Rosas, Nephrologin an der Harvard University, lassen nur 40 % der versicherten Personen mit Diabetes sowohl die glomeruläre Filtrationsrate (GFR) als auch Albumin messen, und bei Personen mit Bluthochdruck liegt diese Quote sogar niedriger bei 10 %. Dr. Nisha Bansal von der University of Washington weist darauf hin, dass es oft zu spät ist, eine Dialyse oder eine Transplantation zu vermeiden, wenn Personen mit Risikofaktoren nicht rechtzeitig untersucht werden, bevor Symptome auftreten.

Trotz der Zweifel der US Preventive Services Task Force (USPSTF) im Jahr 2012 über die Effektivität des Screenings von Erwachsenen auf CKD hat sich die Behandlung mit der Verfügbarkeit neuer Medikamente zur Behandlung von CKD geändert, wie zum Beispiel Natrium-Glucose-Cotransporter-2-Hemmer (SGLT2) und Mineralokortikoidrezeptor-Antagonisten (MRAs). Diese Medikamente haben sich als wirksam erwiesen, um das Fortschreiten der CKD zu verlangsamen und das Risiko kardiovaskulärer Ereignisse zu reduzieren. Die USPSTF überprüft derzeit aktuelle Daten, um ihre Empfehlungen zum CKD-Screening zu überarbeiten.

Die Verfügbarkeit neuer Medikamente wie SGLT2-Hemmer und nsMRA hat das Potenzial, das Fortschreiten der CKD bei frühzeitig erkannten Patienten zu verhindern. Die National Kidney Foundation und der American Kidney Fund haben beim USPSTF eine erneute Überprüfung aktueller Daten beantragt, um die Notwendigkeit aktualisierter Screening-Empfehlungen zu bewerten. Eine Studie der Stanford University zeigt, dass die Hinzufügung von Dapagliflozin zur Standardversorgung von Patienten mit CKD die Lebenserwartung verbessert und das Risiko einer Dialyse oder Nierentransplantation reduziert.

Die Behandlung von CKD hat sich weiterentwickelt, und die Verfügbarkeit neuer Medikamente macht Hoffnung auf bessere Ergebnisse für Patienten mit CKD. Es ist wichtig, dass Screenings und Diagnosen früher erfolgen, um die Vorteile dieser neuen Behandlungen voll auszuschöpfen.

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