Home Medizin Warum haben Ärzte eine so hohe Rate an Essstörungen?

Warum haben Ärzte eine so hohe Rate an Essstörungen?

von NFI Redaktion

Vor zehn Jahren machte Clare Gerada, FRCGP, eine Verfechterin des Wohlbefindens von Ärzten und heutige Präsidentin des britischen Royal College of General Practitioners, eine Vorhersage auf der International Conference on Physician Health. Sie sagte, dass ein massiver Anstieg von Essstörungen unter Ärzten zu erwarten sei und glaubte, dass dieser bald überwiegend weibliche Ärzte betreffen würde.

Aktuelle Untersuchungen bestätigen Geradas Vorhersage. Eine globale Überprüfung und Metaanalyse aus dem Jahr 2019 ergab, dass die Prävalenz des Risikos einer Essstörung (ED) unter Medizinstudenten 10,4 % betrug. Eine Aktualisierung dieser Überprüfung im Jahr 2022 erhöhte die Schätzung auf 17,35 %, fast das Doppelte der 9 %-Rate in der US-amerikanischen Öffentlichkeit.

Der hohe Prüfungsdruck, das gewichtszentrierte Paradigma und der Mangel an Ausbildung zur Erkennung von Essstörungen im medizinischen Bereich sind einige Faktoren, die dazu beitragen, dass Ärzte ein erhöhtes Risiko für Essstörungen haben. Einige Persönlichkeitsmerkmale wie hohe Zielstrebigkeit und Selbstkritik, die oft von erfolgreichen Ärzten geteilt werden, können ebenfalls zu diesem Risiko beitragen.

Es gibt jedoch nur begrenzte Aufklärung über Essstörungen in der Ausbildung zum Medizinstudium. Ärzte sind oft schlecht in der Lage, diese zu diagnostizieren, zu behandeln oder sogar mit Patienten zu besprechen. Das Gewichtsstigma und das Streben nach Perfektionismus sind weitere Probleme, die zur Entwicklung von Essstörungen beitragen.

Die psychische Gesundheit von Ärzten ist weiterhin stigmatisiert und viele Ärzte fühlen sich nicht in der Lage, darüber zu sprechen oder Hilfe zu suchen. Die COVID-19-Pandemie hat das Gesundheitspersonal einem noch größeren Risiko ausgesetzt.

Es ist wichtig, dass die Ausbildung zur Diagnose und Behandlung von Essstörungen verbessert wird, und Programme wie das E-Learning-Programm von McNaught und die Praxisrichtlinie der American Psychiatric Association sind wichtige Schritte in diese Richtung. Ärzte, die Schwierigkeiten haben, sollten sich nicht schämen, nach Hilfe zu suchen, da die Erkrankung schließlich enorme Auswirkungen auf ihre berufliche und persönliche Gesundheit hat.

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