Home Medizin Von Eltern geleitete digitale kognitive Verhaltenstherapie wirksam bei Angstzuständen im Kindesalter

Von Eltern geleitete digitale kognitive Verhaltenstherapie wirksam bei Angstzuständen im Kindesalter

von NFI Redaktion

Neue Untersuchungen zeigen, dass ein Online-Programm, das Eltern dabei hilft, kognitive Verhaltenstherapie-Prinzipien bei der Bewältigung von Angstproblemen bei Kindern anzuwenden, genauso wirksam ist wie herkömmliche Gesprächstherapien. Gleichzeitig reduziert es die Kosten und die Zeit der Therapeuten erheblich.

In einer randomisierten kontrollierten Studie wurde untersucht, ob das Programm „Online Support and Intervention (OSI) for Child Anxiety“ bei Kindern eine ähnliche Verringerung der Angstzustände bewirken kann wie herkömmliche kognitive Verhaltenstherapie. Die Studie zeigte, dass die Kinder, die am OSI-Programm teilnahmen, ähnliche Verbesserungen in ihrem Alltagsleben erlebten wie diejenigen, die die herkömmliche Therapie erhielten. Die Studie wurde am 6. Februar in der Fachzeitschrift „Die Lancet-Psychiatrie“ veröffentlicht.

Pflegelücken bei Angstproblemen von Kindern

An Angstproblemen bei Kindern besteht ein weit verbreitetes Interesse, dennoch besteht eine Kluft zwischen dem Bedarf an Pflege und der tatsächlichen Verfügbarkeit. Digitale Unterstützung bei der psychologischen Behandlung könnte helfen, diese Lücke zu schließen.

Das OSI-Programm wurde in Zusammenarbeit mit Therapeuten und Familien entwickelt, um Eltern dabei zu helfen, ihre Kinder mithilfe eines Ferntherapeuten bei der Bewältigung von Angstproblemen zu unterstützen. Das Programm bietet Eltern wichtige CBT-Inhalte in verschiedenen Formaten, darunter Text, Audio, Video, Übungen, Arbeitsblätter, und Tests. Außerdem gibt es eine optionale Kinderspiel-App, um das Kind für die Intervention zu motivieren. Eltern erhalten wöchentliche kurze Telefon- oder Videogespräche mit dem Therapeuten zur Unterstützung.

In der randomisierten, kontrollierten Studie nahmen 444 Familien aus 34 Standorten in England und Nordirland teil. Die Hälfte erhielt das OSI-Programm plus Therapeutenunterstützung und die andere Hälfte die herkömmliche Behandlung.

Überzeugende Beweise und Aufruf zum Handeln

Die Ergebnisse zeigten, dass das OSI-Programm nicht unterlegen war gegenüber der herkömmlichen Behandlung. Darüber hinaus reduzierte das Programm die Zeit und Kosten für die Therapeuten erheblich und wurde von den Familien gut angenommen.

Es sind jedoch weitere Untersuchungen nötig, um die Qualität der traditionellen kognitiven Verhaltenstherapie in der Kontrollgruppe zu bewerten und die mögliche Effektivität des Programms bei verschiedenen Arten von Kindheitsängsten zu prüfen. Außerdem müssen Möglichkeiten gefunden werden, das Programm besser in die Routinepraxis zu integrieren.

Die Studie wurde vom Ministerium für Gesundheit und Soziales, dem UK Research and Innovation Research Grant, dem Research Policy Research Programme des National Institute for Health and Care, der Oxford and Thames Valley NIHR Applied Research Collaboration und dem Oxford Health NIHR Biomedical Research Centre finanziert. Die Autoren haben keine Interessenskonflikte deklariert.

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