Home Medizin Virtuelle Besuche mit dem eigenen PCP führen zu weniger ED-Besuchen

Virtuelle Besuche mit dem eigenen PCP führen zu weniger ED-Besuchen

von NFI Redaktion

Studien zeigen, dass ein virtueller Besuch beim eigenen Hausarzt (PCP) weniger wahrscheinlich zu einem anschließenden Besuch in der Notaufnahme führt als ein Besuch bei einem externen Arzt.

Eine Kohortenstudie mit mehr als 5 Millionen Einwohnern Ontarios fand heraus, dass Personen, die einen virtuellen Besuch bei einem anderen Arzt als ihrem eigenen hatten, eine um 66 % höhere Wahrscheinlichkeit hatten, innerhalb von 7 Tagen die Notaufnahme aufzusuchen als diejenigen, die einen virtuellen Besuch bei ihrem eigenen Arzt hatten. Die Studie wurde von Lauren Lapointe-Shaw, MD, PhD, Assistenzprofessorin für Medizin an der University of Toronto, geleitet und am 27. Dezember 2023 online im JAMA-Netzwerk veröffentlicht.

Bestehende Beziehung von Vorteil

Die Forscher führten eine Kohortenstudie mit Neigungsscore-Matching unter allen Einwohnern Ontarios mit einem PCP durch, die einen virtuellen Besuch hatten. Von 5.229.240 Patienten hatten 79,8 % einen virtuellen Besuch bei ihrem eigenen Arzt und 20,2 % einen virtuellen Besuch bei einem externen Arzt. Die Wahrscheinlichkeit, innerhalb von 7 Tagen die Notaufnahme aufzusuchen, war bei denjenigen, die einen externen Arzt aufsuchten, um 66 % höher als bei denjenigen, die einen virtuellen Besuch bei ihrem eigenen Arzt hatten. Dies entspricht einem zusätzlichen Notarztbesuch pro 77 virtuellen Besuchen bei einem externen Arzt.

Die Autoren schlugen vor, dass virtuelle Besuche eine Triagefunktion erfüllen könnten und die Identifizierung von Patienten ermöglichen, die von einer persönlichen Beurteilung profitieren würden. Auch die Wahrscheinlichkeit, binnen 7 Tagen persönlich zum PCP zu gehen, war höher, wenn der virtuelle Besuch beim eigenen Arzt stattfand. Eine Untergruppenanalyse zeigte, dass das erhöhte Risiko für einen 7-tägigen Notaufnahmebesuch im Zusammenhang mit einem virtuellen Besuch eines externen Arztes bei jüngeren Altersgruppen größer war.

Fragen zum Versicherungsschutz

Asif Ansari, MD, regionaler medizinischer Direktor der Montefiore Medical Group in New York, betonte die Bedeutung der Versorgung durch den eigenen Anbieter eines Patienten, sei es persönlich oder per Telemedizin. Er wies darauf hin, dass die Studie keine virtuellen Besuche bei einem anderen Arzt in derselben klinischen Gruppe berücksichtigte und dass zukünftige Studien die Gesamtkosten der Pflege berücksichtigen müssten.

Steven Shook, MD, Leiter für virtuelle Gesundheit an der Cleveland Clinic in Ohio, unterstützte diese Aussage und betonte die Notwendigkeit, virtuelle Besuche in ein umfassendes Versorgungsprogramm zu integrieren.

Die Studie wurde von ICES unterstützt und durch Zuschüsse des Ontario Ministry of Health (MOH) und des Ministry of Long-Term Care finanziert.

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