Home Medizin Verhinderung unerwünschter Folgen bei ART-bedingten Zwillingsschwangerschaften mit Aspirin

Verhinderung unerwünschter Folgen bei ART-bedingten Zwillingsschwangerschaften mit Aspirin

von NFI Redaktion

In einer aktuellen retrospektiven Studie, die in Wissenschaftliche Berichte veröffentlicht wurde, untersuchten Forscher aus China die Wirksamkeit von niedrig dosiertem Aspirin (LDA) bei der Reduzierung unerwünschter Schwangerschaftsausgänge in Fällen von Zwillingen, die mittels assistierter Reproduktionstechnologie (ART) gezeugt wurden.

Die Studie ergab, dass LDA zwar wirksam bei der Verhinderung von Präeklampsie (PE) war, jedoch spezifische Komplikationen bei Zwillingsschwangerschaften nicht verhindern konnte. Die präventive Wirkung von LDA war bei Müttern unter 30 Jahren ausgeprägter.

Studie: Mögliche Auswirkungen auf die Verwendung von Aspirin als primäre Prävention unerwünschter Schwangerschaftsausgänge bei Zwillingen, die mittels ART gezeugt wurden. Bildnachweis: fizkes/Shutterstock.com
Eine mögliche Auswirkung der Verwendung von Aspirin als primäre Prävention unerwünschter Schwangerschaftsausgänge bei Zwillingen, die mittels ART gezeugt wurden. Bildnachweis: fizkes/Shutterstock.com

Hintergrund

Obwohl die assistierte Reproduktionstechnologie (ART) seit 1978 Fortschritte gemacht hat, übertrifft die perinatale Ergebnisse bei ART-Schwangerschaften nicht die bei nicht assistierten Schwangerschaften. Der zunehmende Einsatz von ART hat zu einem Anstieg der Zwillingsschwangerschaften geführt und zu mehreren Komplikationen bei der Behandlung beigetragen.

Bei Zwillingen liegt die Prävalenz vorzeitiger Wehentätigkeit (PTL) bei über 50 %, wobei das Risiko für PE und Kaiserschnitt im Vergleich zu Einlingen erhöht ist. Zudem ist die psychische Belastung für Mütter, die Zwillinge erwarten, und solche, die sich einer ART unterziehen, erheblich gestiegen.

Es gibt Hinweise darauf, dass die Anwendung von LDA dazu beitragen kann, das Risiko einer PE und das Risiko eines zu früh geborenen Kindes zu verringern.

Obwohl Studien gezeigt haben, dass die Einnahme von Aspirin das Risiko vorzeitiger Wehen senken kann, bestehen Bedenken hinsichtlich eines möglichen Blutungsrisikos.

Bisherige Studien haben die Wirksamkeit von LDA bei Zwillingsschwangerschaften, insbesondere nach ART, eingeschränkt untersucht. Daher wollten die Forscher in der vorliegenden Studie herausfinden, ob LDA die Schwangerschaftsergebnisse bei ART-bedingten Zwillingsschwangerschaften verbessern kann.

Über die Studie

Die retrospektive Kohortenstudie umfasste 665 Frauen im Alter von 18–55 Jahren mit Zwillingsschwangerschaften aufgrund einer ART im Zeitraum zwischen 2016 und 2021. Dabei wurden pränatale, geburtsbezogene und neonatale Gesundheitsdaten aus standardisierten elektronischen Aufzeichnungen verwendet.

Die Studie untersuchte Schwangerschaftskomplikationen wie Gestationsalter bei der Entbindung, PE, Bluthochdruckstörungen, Schwangerschaftsdiabetes, vorzeitigen Blasensprung, vorzeitige Plazentalösung, Plazenta accreta, Schwangerschaftscholestase, abnormales Fruchtwasser und Art der Geburt. Zudem wurden spezifische Komplikationen bei Zwillingen betrachtet.

Die Sicherheit von Aspirin wurde anhand von postpartalen Blutungen, Gebärmutterarterie-Embolisationen, Transfusionen und der Verlegung auf die Intensivstation beurteilt. Die statistische Analyse umfasste die Bestimmung des Mittelwerts und der Standardabweichung und den Chi-Quadrat-Test.

Resultate und Diskussion

Die Studie zeigte, dass LDA kein erhöhtes Blutungsrisiko verursachte und das Risiko für Präeklampsie verringerte. Die Einnahme von Aspirin hatte auch keinen signifikanten Einfluss auf das Gestationsalter bei der Entbindung. Es wurden jedoch niedrigere Kaiserschnittraten bei der Aspirin-Gruppe festgestellt.

Es gab keine signifikanten Unterschiede in den neonatalen Ergebnissen, und die Einnahme von Aspirin schien die Einweisung der Neugeborenen in die neonatologische Intensivstation nicht zu verringern.

Eine detaillierte Analyse der Daten zeigte eine möglicherweise ausgeprägtere schützende Wirkung von Aspirin bei Müttern unter 30 Jahren.

Abschluss

Diese Studie gibt Einblicke in den komplexen Zusammenhang zwischen Aspirinkonsum und mütterlichen und neonatalen Ergebnissen bei Zwillingsschwangerschaften durch ART. Die Ergebnisse legen nahe, dass der Beginn von LDA in einem frühen Schwangerschaftsalter das Risiko von Präeklampsie erheblich verringert, ohne schwerwiegende blutungsbedingte Komplikationen zu verursachen.

Dies könnte medizinisches Fachpersonal dazu ermutigen, die Verwendung von LDA in bestimmten Fällen in Betracht zu ziehen, um die Schwangerschaftsergebnisse zu verbessern und gleichzeitig die Sicherheit zu gewährleisten.

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