Home Medizin Verbindung von Gynäkologie- und Geburtshilfepatienten mit der Primärversorgung nach der Entbindung

Verbindung von Gynäkologie- und Geburtshilfepatienten mit der Primärversorgung nach der Entbindung

von NFI Redaktion

Die Vereinigten Staaten erleben eine alarmierende Müttersterblichkeitskrise. Im Jahr 2021 starben hierzulande 1205 Frauen an schwangerschaftsbedingten Ursachen, im Vergleich zu 861 im Jahr 2020. Es wird geschätzt, dass 80 % dieser Todesfälle vermeidbar gewesen wären. Einige Experten betonen die Bedeutung der Nachsorge im Jahr nach der Entbindung zur Überwachung möglicher Komplikationen und sehen eine entscheidende Rolle der Hausärzte in diesem Prozess.

Medizinische Nachrichten von Medscape hat kürzlich mit Jena Wallander Gemkow, MPH, BSN, RN, einer assoziierten Forschungswissenschaftlerin bei AllianceChicago gesprochen. AllianceChicago ist eine gemeinnützige Organisation, die mit Gesundheitszentren zusammenarbeitet, um die Gesundheit der Gemeinschaft zu fördern. Gemkow ist die korrespondierende Autorin einer aktuellen Studie im Annals of Internal Medicine, die den Übergang von der Wochenbettbetreuung zur Grundversorgung untersucht hat.

Foto von Jena Wallander
Jena Wallander Gemkow

Mitarbeiter von sechs Federally Qualified Health Centers (FQHCs) identifizierten Hochrisikopatientinnen mit prägestationalem Diabetes, Schwangerschaftsdiabetes, Depression oder schwangerschaftsbedingtem oder chronischem Bluthochdruck durch Krankenaktenprüfungen oder Datenextraktion aus elektronischen Gesundheitsakten (EHR). Diese Patienten wurden dann innerhalb von 6 Monaten nach ihrer Entbindung kontaktiert, um sie über die Wichtigkeit der Nachsorge zu informieren und aufzuklären, was sie bei diesen Besuchen erwarten können. Die Gesundheitszentren haben die Besuche für die Patienten koordiniert.

Nach der Implementierung der Intervention stieg der Prozentsatz der 134 Hochrisikopatienten, die innerhalb von 6 Monaten nach der Entbindung einen Besuch in der Hausarztpraxis abschlossen, fast auf 72 % (P < .001).

Frage: Was hat Sie dazu motiviert, die Studie durchzuführen, und was haben Sie dabei gelernt?

Antwort: Unser Hauptanreiz für die Studie war die Müttersterblichkeits- und Morbiditätskrise in den Vereinigten Staaten, insbesondere in Chicago, wo erhebliche Rassen- und Wirtschaftsunterschiede bestehen. Die Zusammenarbeit mit gemeindenahen Gesundheitszentren schien uns eine interessante Möglichkeit, diese Krise anzugehen. Unser Hauptaugenmerk lag auf dem Verständnis des Übergangs von der Wochenbettbetreuung zur Primärversorgung.

F: FQHCs sind ein einzigartiges Umfeld mit einem größeren Anteil an Patienten, die nicht versichert sind oder Medicaid-Versicherung haben. Wie könnten sich Ihre Erkenntnisse auf andere Bereiche der Primärversorgung übertragen lassen? Ärzte, die in größeren Gesundheitssystemen oder Privatkliniken arbeiten?

A: Der Übergang von der Geburtshilfeversorgung zur Primärversorgung kann überall herausfordernd sein. Die Kommunikation zwischen Geburtshilfeanbietern, Frauengesundheitsdienstleistern, Krankenpflegern und der Grundversorgung sollte verbessert werden, um kontinuierliche Betreuung zu gewährleisten. Es wäre förderlich für Anbieter, darüber nachzudenken, wie sie ihre Patientinnen in den 12 Monaten nach der Geburt effektiv betreuen können, da die Hälfte der Müttersterblichkeit in diesem Zeitraum auftritt. Es bedarf jedoch weiterer fokussierter Arbeit, um dies zu erreichen.

F: Können Sie Schritte zur Verbesserung des Zugangs und des Kontakts nach der Lieferung nennen?

A: Eine kritische Maßnahme ist die Verbesserung der Kommunikation zwischen Krankenhaus oder Entbindungszentrum und Einrichtungen, die die pränatale und postpartale Betreuung übernehmen. Bessere Kommunikation ermöglicht es Anbietern, besser auf die Bedürfnisse ihrer Patienten bei postpartalen Besuchen vorbereitet zu sein.

F: Welche konkreten Schritte können Kliniken für die Grundversorgung unternehmen, um Hochrisikopatienten zu identifizieren und zu erreichen und die Ergebnisse zu verbessern? Was sind die wichtigsten Dinge, die Personal und Ärzte tun können? Tun?

A: Die Einrichtung von Outreach-Einsätzen und die Nutzung von bestehenden Ressourcen in elektronischen Gesundheitsakten können eine wirksame Maßnahme sein. Darüber hinaus ist eine Anpassung der Arbeitsabläufe und ein Engagement des Personals erforderlich, um den Erfolg solcher Prozesse sicherzustellen.

F: Haben Sie Erkenntnisse über Patienten gewonnen, die ein geringeres Risiko für problematische Schwangerschaften haben? Könnten die gleichen Methoden auch zur Verbesserung ihrer Pflege angewendet werden?

A: Es ist möglich, dass diese Prozesse auf jede Patientengruppe angewendet werden können. Der Fokus auf Risikopatienten war der einfachste Einstiegspunkt, aber die Methoden könnten auf andere Gruppen ausgeweitet werden.

F: Was möchten Sie als nächstes sehen?

A: Ein höherer Grad an Interoperabilität zwischen den Gesundheitssystemen, um die Koordination der Patientenversorgung zu optimieren, wäre eine wichtige Entwicklung auf breiterer Ebene in Kliniken, Krankenhäusern und Gesundheitssystemen.

Die Studie wurde durch Zuschüsse von Merck und der VNA Foundation finanziert. Die Autoren gaben keine relevanten finanziellen Angaben an. Robert Fulton ist ein in Kalifornien lebender Journalist.

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