Home Medizin Untersuchungen zeigen, dass COVID-19 nachhaltige Auswirkungen auf die Gehirnfunktion und -struktur hat

Untersuchungen zeigen, dass COVID-19 nachhaltige Auswirkungen auf die Gehirnfunktion und -struktur hat

von NFI Redaktion


In einem aktuellen Preprint*-Forschungspapier, das auf dem Forschungsplatz Server hochgeladen wurde, untersuchten Forscher die Pathophysiologie kognitiver Defekte nach COVID-19. Sie verwendeten Serumbiomarker und Neuroimaging von 351 COVID-19-Patienten im Vergleich zu 2.927 gesunden Kontrollpersonen. Ihre Ergebnisse zeigen, dass schwere Infektionen mit dem akuten respiratorischen Syndrom Coronavirus 2 (SARS-CoV-2) ein Jahr nach der Krankenhauseinweisung der Fälle mit erhöhten Werten an Hirnverletzungsmarkern und einer Verringerung des cingulären Kortexvolumens verbunden waren. Es wurde beobachtet, dass kognitive Defekte global waren und sowohl subjektive als auch objektive kognitive Einschränkungen umfassten. Untersuchungen zu möglichen zukünftigen therapeutischen Interventionen ergaben, dass die Gabe von Kortikosteroiden während der akuten Phase der SARS-CoV-2-Infektion eine schützende Wirkung gegen kognitive Verluste hatte. Die Studie mit dem Titel „Nach einem Jahr auftretende kognitive Defizite nach COVID-19 sind global und mit erhöhten Hirnverletzungsmarkern und einer Verringerung des Volumens der grauen Substanz verbunden: nationale prospektive Studie“ präsentiert bedeutsame Erkenntnisse zu den Langzeitfolgen von COVID-19.

*Wichtiger Hinweis: Forschungsplatz veröffentlicht vorläufige wissenschaftliche Berichte, die nicht von Experten begutachtet werden und daher nicht als schlüssig angesehen werden sollten, als Leitfaden für die klinische Praxis/gesundheitsbezogenes Verhalten dienen oder als etablierte Informationen behandelt werden sollten.

Können SARS-CoV-2-Atemwegsinfektionen die Wahrnehmung beeinträchtigen? Die SARS-CoV-2-induzierte Coronavirus-Krankheit 2019 (COVID-19) ist eine hochansteckende Viruserkrankung, die seit ihrer Entdeckung Ende 2019 mehr als 7 Millionen Menschen das Leben gekostet und fast 100-mal so viele infiziert hat. Die daraus resultierende Pandemie hat schwerwiegende Auswirkungen auf das globale Gesundheitswesen, die Wirtschaft und die Infrastruktur. Besorgniserregend ist, dass mehr als 60 % der COVID-19-Überlebenden auch Monate oder Jahre nach der Genesung der Primärinfektion anhaltende Symptome zeigen, was ihre Lebensqualität erheblich beeinträchtigt. Darüber hinaus wurden akute SARS-CoV-2-Infektionen mit mehreren Komorbiditäten in Verbindung gebracht, von denen die meisten noch relativ unerforscht sind. Sensorische (hauptsächlich olfaktorische und auditive) und kognitive Beeinträchtigungen gehören zu den am häufigsten gemeldeten Komorbiditäten von COVID-19.

Während eine wachsende Zahl von Forschungsarbeiten auf die Erforschung der sensorischen Pathophysiologie abzielt, sind die neurologischen Auswirkungen von COVID-19 leider immer noch nicht ausreichend erforscht. Die begrenzte Anzahl an Studien zur COVID-19-assoziierten Neuropathologie verwendet suboptimale Metriken zur Beurteilung der Kognition und schließt Untersuchungen biologischer Substrate vollständig aus. Um potenzielle COVID-19-bedingte Hirnverletzungen und strukturelle Veränderungen zu verstehen, ist eine hochauflösende Bildgebung in Verbindung mit der Bewertung neurologischer Biomarker erforderlich. Diese Tools würden die Aufklärung postakuter (mehr als drei Monate nach einer schweren SARS-CoV-2-Infektion) pathophysiologischer Untersuchungen ermöglichen und damit den ersten Schritt zur Verbesserung der Lebensqualität von Patienten mit anhaltenden kognitiven Symptomen darstellen.

Über die Studie: Die vorliegende Studie zielt darauf ab, das wissenschaftliche Verständnis der COVID-19-assoziierten Neuropathologie zu verbessern, indem neurologische Biomarker und hochauflösende neuronale Scans zwischen akuten COVID-19-Patienten (die einen Krankenhausaufenthalt erfordern) und gesunden Kontrollpersonen verglichen werden. Die Studienkohorte wurde aus der COVID-19 Clinical Neuroscience Study (COVID-CNS) abgeleitet, einer prospektiven, im Vereinigten Königreich (UK) durchgeführten Studie des National Institute of Health Research (NIHR) zur Aufklärung der psychiatrischen und neurologischen Komplikationen von COVID-19. Zu den Einschlusskriterien für die Studie gehörten das Alter (16 Jahre und älter), der Krankenhausaufenthalt (für die Fallkohorte) und keine vorherigen neurologischen Diagnosen.

Die Studie präsentiert bedeutsame Erkenntnisse zu den Langzeitfolgen von COVID-19 und gibt einen umfassenden Einblick in die neurologischen Auswirkungen der Krankheit. Sie zeigt, dass schwere Infektionen mit SARS-CoV-2 deutliche Auswirkungen auf die kognitiven Funktionen haben, und stellt die ersten Schritte zur Verbesserung der Lebensqualität von Patienten mit anhaltenden kognitiven Symptomen dar.


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