Home Medizin Studie zu Hörgeräten und Demenzrisiko zurückgezogen

Studie zu Hörgeräten und Demenzrisiko zurückgezogen

von NFI Redaktion

Eine im vergangenen Frühjahr veröffentlichte Studie, die darauf hinwies, dass Hörgeräte das Demenzrisiko verringern könnten, wurde aufgrund eines festgestellten Codierungsfehlers von den Autoren zurückgezogen.

Die Studie wurde am 13. April im The Lancet Public Health veröffentlicht und damals von Medscape Medical News berichtet. Am 12. Dezember wurde sie von der Zeitschrift zurückgezogen.

Laut der Widerrufsmitteilung informierten die Autoren die Herausgeber Ende November darüber, dass ein Fehler in der Formatierung der SAS-Codes zu Daten geführt habe, die fehlerhafte Schlussfolgerungen in ihrer Analyse verursachten.

Die Fehler wurden von den Forschern entdeckt, nachdem Wissenschaftler versucht hatten, die Ergebnisse der Autoren zu reproduzieren.

Die Lancet Group betonte, dass sie Fragen zur Forschungsintegrität ernst nimmt und sich an den Best-Practice-Richtlinien des Committee on Publication Ethics (COPE) und des International Committee of Medical Journal Editors (ICMJE) orientiert.

Trotz des Rückzugs gibt es andere Studien, die auf einen Zusammenhang zwischen Hörvermögen und Demenz hinweisen. Eine Studie mit US-amerikanischen Medicare-Leistungsempfängern ergab eine um 61 % höhere Demenzprävalenz bei Personen mit mittelschwerem bis schwerem Hörverlust im Vergleich zu Personen mit normalem Hörvermögen.

Weiterhin ergab eine große Metaanalyse, dass Hörgeräte das Risiko für kognitiven Verfall und Demenz deutlich reduzieren und sogar die kognitive Funktion kurzfristig bei Personen mit Hörverlust verbessern.

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