Home Medizin Studie zeigt, wie Heteroresistenz als Vorstufe einer Antibiotikaresistenz fungieren kann

Studie zeigt, wie Heteroresistenz als Vorstufe einer Antibiotikaresistenz fungieren kann

von NFI Redaktion

Eine neue Studie zeigt, dass Heteroresistenz, eine vorübergehende Antibiotikaresistenz, bei vielen Bakterien verbreitet ist und als Vorstufe für die Entwicklung einer stabilen Resistenz dienen kann. Die Forscher der Universität Uppsala haben diesen Zusammenhang erstmals nachgewiesen.

Heteroresistenz tritt häufig auf und wurde bei mindestens zehn verschiedenen Antibiotikaklassen festgestellt. Bei Patienten, die heteroresistente Bakterien tragen und mit Antibiotika behandelt werden, ist die Sterblichkeitsrate und das Risiko einer Verlegung auf die Intensivstation höher im Vergleich zu anfälligen Bakterien. Daher ist es entscheidend, das Auftreten und die Auswirkungen von Heteroresistenzen besser zu kontrollieren.“


– Dan I. Andersson, Professor für Medizinische Bakteriologie an der Universität Uppsala

Heteroresistenz bei pathogenen Bakterien kann die Wirksamkeit von Antibiotika-Behandlungen beeinträchtigen. Diese Form der Resistenz bedeutet, dass die Mehrheit der Bakterien empfindlich gegenüber Antibiotika ist, es aber auch eine kleine resistente Untergruppe gibt, die unter der Behandlung wachsen kann. Diese resistenten Bakterien tragen mehr Resistenzgene und wachsen langsamer.

In einer umfassenden Studie, veröffentlicht in Nature Communications, zeigten die Forscher der Universität Uppsala in Laborversuchen, dass Bakterien neue Resistenzmutationen entwickeln können, die ihr Wachstum beschleunigen. Dieser Prozess kann Heteroresistenz als Ausgangspunkt für die Entwicklung einer stabilen Antibiotikaresistenz dienen.

„Obwohl dies im Labor beobachtet wurde, gibt es keinen Grund zu der Annahme, dass dieser Prozess nicht auch bei Patienten oder Tieren auftreten könnte. Dies ist ein wichtiger Schritt im Verständnis der Entwicklung von Antibiotikaresistenzen“, erklärt Andersson.

Andersson glaubt, dass diese Erkenntnisse zu mehr klinischen Studien und einer verbesserten Diagnose von Heteroresistenzen in mikrobiologischen Laboren führen werden. Es ist entscheidend, den Einsatz von Antibiotika restriktiv zu handhaben, um Resistenzen zu vermeiden.

„Antibiotika sollten in angemessener Weise und nur bei Bedarf eingesetzt werden, um die Lebensdauer unserer vorhandenen Antibiotika zu verlängern und Zeit für die Entwicklung neuer Antibiotika zu gewinnen“, betont Andersson.

Diese Forschung wurde von der Wallenberg-Stiftung, dem Schwedischen Forschungsrat und den National Institutes of Health (NIH) finanziert.

Quelle:

Zitierte Studie:

Pal, A. & Andersson, DI (2024). Bakterien können die Fitnesskosten verstärkter Resistenzgene über einen Bypass-Mechanismus kompensieren. Naturkommunikation. doi.org/10.1038/s41467-024-46571-7.

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