Home Medizin Studie zeigt, dass eine unausgewogene Reaktion Lungeninfektionen verschlimmert

Studie zeigt, dass eine unausgewogene Reaktion Lungeninfektionen verschlimmert

von NFI Redaktion

CD4+ T-Zellen spielen eine entscheidende Rolle bei der Immunreaktion auf Lungeninfektionen, aber eine neue Studie zeigt, dass ein Ungleichgewicht in der Menge dieser Abwehrzellen in verschiedenen Teilen der Lunge als Reaktion auf eine Infektion mehr schaden als nützen kann.

Die in einem Artikel veröffentlichte Studie untersuchte die Infektion von Mäusen mit hypervirulenter Tuberkulose und Influenza. Die Autoren kamen zu dem Schluss, dass eine „optimale Menge“ an CD4+ T-Zellen in der Lunge für eine erfolgreiche Heilung erforderlich ist. Diese Erkenntnisse eröffnen Wege für therapeutische Interventionen, die darauf abzielen, Lungeninfektionen zu bekämpfen, ohne die Fähigkeit des adaptiven Immunsystems zur Abwehr von Infektionen zu beeinträchtigen. Es wurde festgestellt, dass selbst relativ geringe Mengen an CD4+ T-Zellen ausreichen, um beispielsweise vor Tuberkulose zu schützen.

Die Forscher identifizierten einen spezifischen Rezeptor namens P2RX7, der die Menge dieser Zellen im Lungengewebe vermittelt. Dieses Protein erkennt das Vorhandensein von extrazellulärem Adenosintriphosphat (ATP), was zu einer verstärkten Reaktion von Abwehrzellen führen kann.

Die übermäßige Anhäufung von durch die Aktivierung von P2RX7 induzierten CD4+ T-Zellen in der Lunge korrelierte mit einem Anstieg der Schwere der Erkrankung und einer verringerten Überlebensrate.

„ATP im extrazellulären Medium wird vom Immunsystem als Zeichen einer Schädigung erkannt, da es sich innerhalb der Zelle und nicht außerhalb befinden sollte. Frühere Untersuchungen haben gezeigt, wie wichtig es für die Entwicklung schwerer Formen der Tuberkulose ist. Insbesondere wussten wir nicht, welcher Zelltyp es am stärksten exprimierte. Das wollten wir untersuchen. Wir wollten auch einen Weg finden, die Reaktion dieser T-Zellen zu verbessern. Was wir nicht erwartet hatten, war, dass die Entfernung des Rezeptors zur Blockierung der ATP-Erkennung zu einer Verbesserung und nicht zu einer Verschlechterung führen würde.“

Igor Santiago-Carvalho, Erstautor des Artikels

Santiago-Carvalho ist Forscher am Biomedizinischen Wissenschaftsinstitut (ICB-USP) der Universität São Paulo in Brasilien. Er wird von Maria Regina D’Império Lima, Professorin am ICB-USP, betreut, die seit 20 Jahren auf dem Gebiet der zellulären Immunologie forscht, insbesondere zu Malaria, Chagas-Krankheit und Tuberkulose.

Lima betonte die Bedeutung des Verständnisses von Immunreaktionen, um Krankheiten zu kontrollieren und zu heilen. Sie erklärte, dass die Erkenntnisse der Studie helfen könnten, alternative Therapien zu entwickeln, um den Schaden zu reduzieren, der durch eine übermäßige Immunantwort auf eine Infektion entsteht.

Die Studie wurde von FAPESP unterstützt und in einer Zeitschrift unter dem Titel „T-Zell-spezifisches P2RX7 begünstigt die Akkumulation von CD4+-T-Zellen im Lungenparenchym als Reaktion auf schwere Lungeninfektionen“ veröffentlicht.

Tuberkulose und öffentliche Gesundheit

Tuberkulose ist weltweit immer noch ein großes Problem der öffentlichen Gesundheit, und die Zahl der Neu- und Rückfallfälle steigt stetig an. Die Krankheit betrifft hauptsächlich die Lunge und kann schwerwiegende Symptome wie anhaltenden Husten, Müdigkeit und Gewichtsverlust verursachen. Die Diagnose und Behandlung der Tuberkulose erfordert eine umfassende medizinische Versorgung und Therapie. Die Verbreitung von arzneimittelresistenten Bakterien stellt ein zusätzliches Herausforderung dar.

Nächste Schritte

Weitere Forschungsarbeiten sollen zur Bestimmung der zugrunde liegenden Mechanismen und Eigenschaften von CD4+ T-Zellen durchgeführt werden, um alternative Therapien und Interventionen für Lungeninfektionen zu entwickeln.

Quelle:

São Paulo Forschungsstiftung (FAPESP)

Zeitschriftenreferenz:

Santiago-Carvalho, I., et al. (2023). T-Zell-spezifisches P2RX7 begünstigt die Akkumulation von CD4+-T-Zellen im Lungenparenchym als Reaktion auf schwere Lungeninfektionen. Zellberichte. doi.org/10.1016/j.celrep.2023.113448.

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