Home Medizin Stress während Fruchtbarkeitsbehandlungen führt zu einem höheren Glukosespiegel

Stress während Fruchtbarkeitsbehandlungen führt zu einem höheren Glukosespiegel

von NFI Redaktion

Frauen, die erhöhtem präkonzeptionellem Stress ausgesetzt sind während Fruchtbarkeitsbehandlungen, zeigen einen Anstieg des Schwangerschaftsglukosespiegels, insbesondere bei der Empfängnis mittels intrauteriner Insemination (IUI).

Lidia Mínguez-Alarcón, PhD, von der Harvard Medical School, dem Brigham and Women’s Hospital und der Harvard TH Chan School of Public Health in Boston, Massachusetts, erklärt: „Wir haben herausgefunden, dass mütterlicher Stress, gemessen vor der Schwangerschaft, einen negativen Zusammenhang mit der kardiovaskulären Gesundheit hat, gemessen als Glukosespiegel während der Schwangerschaft“.

Die Studie wurde am 4. Januar 2024 in der Zeitschrift der Endocrine Society veröffentlicht.

Die Ergebnisse unterstreichen die Bedeutung, Vorurteile als sensibles Stressfenster in Bezug auf die Herz-Kreislauf-Gesundheit während der Schwangerschaft zu betrachten. Empfängnis unter Einsatz assistierter Reproduktionstechniken ist mit einem erhöhten Risiko für ungünstige Stoffwechselstörungen und eine Glukose-Dysregulation in der Schwangerschaft verbunden.

Die Environment and Reproductive Health (EARTH)-Studie untersuchte den Stresspegel bei Frauen, die zwischen 2017 und 2019 am Massachusetts General Hospital Fertility Center in Boston eingeschrieben waren. Die präkonzeptionellen Stresswerte der Frauen wurden mit den Blutzuckerwerten in der Spätschwangerschaft verglichen.

Die psychologische Beurteilung wurde mithilfe der validierten Perceived Stress Scale 4 (PSS-4)-Umfrage durchgeführt und die Frauen hatten einen mittleren PSS-4-Score von 5. Der mittlere Schwangerschafts-Blutzuckerspiegel (mg/dl) betrug 119 mg/dl. Insgesamt wiesen 82 Frauen nach der Glukosebelastung abnormale Schwangerschaftsglukosewerte auf.

Nach Anpassung an mehrere Faktoren zeigte sich, dass Frauen mit höherem Stressniveau vor der Schwangerschaft eine höhere Wahrscheinlichkeit hatten, abnormale Glukosewerte zu haben. Der Zusammenhang zwischen Stress und Glukoseanomalien war stärker bei Frauen, die mittels intrauteriner Insemination (IUI) schwanger wurden. IVF-Zyklen führten zu mehr Lebendgeburten als IUI, und IVF ist derzeit die bevorzugte Behandlung für unfruchtbare Paare.

Chronischer Stress ein Schlüsselmechanismus?

Es wurde spekuliert, dass chronischer Stress die Anomalien in der Glukoseproduktion auslöst. Personen mit höherem Einkommen und höherem Bildungsniveau könnten aufgrund anspruchsvoller, zeitintensiver Jobs einem höheren chronischen Stress ausgesetzt sein.

Die Ergebnisse sind bemerkenswert, da die meisten Studien zur Bewertung von Stress und Glukosespiegeln in der Schwangerschaft sich auf Schwangerschaftsstress konzentrierten und nicht auf Stress während des Zeitfensters vor der Empfängnis.

Der Zusammenhang zwischen Stress und Blutzuckeranomalien bei Frauen vor der Schwangerschaft unterstreicht die Notwendigkeit für Ärzte, den Stresspegel der Patientinnen schon früh im Schwangerschaftsplanungsprozess zu berücksichtigen und zu reduzieren.

Die Autoren hatten keine Offenlegungen zu berichten.

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