Home Medizin Schilddrüsenerkrankungen und gynäkologische Krebserkrankungen: Gibt es einen Zusammenhang?

Schilddrüsenerkrankungen und gynäkologische Krebserkrankungen: Gibt es einen Zusammenhang?

von NFI Redaktion

OBERSTEN ZEILE:

Eine große Studie ergab, dass Frauen mit Schilddrüsenüberfunktion ein geringeres Risiko für gynäkologischen Krebs haben als Frauen ohne diese Erkrankung.

METHODIK:

  • Studien haben gezeigt, dass Schilddrüsenerkrankungen den Östrogenspiegel und die Endometriumphysiologie beeinflussen können. Dennoch sind die Ergebnisse in Bezug auf das Krebsrisiko widersprüchlich.
  • Um dies zu untersuchen, wurde eine bevölkerungsbasierte Kohortenstudie durchgeführt. Daten aus der Taiwan National Health Insurance Research Database wurden verwendet, um Frauen mit Schilddrüsenerkrankungen zu identifizieren.
  • Mit Propensity Scores wurden Frauen mit Hyperthyreose und Hypothyreose mit Frauen ohne Schilddrüsenerkrankungen verglichen. Die Kohorte wurde auf gynäkologische Krebserkrankungen (Endometriumkrebs, Gebärmutterkrebs und Eierstockkrebs) überwacht.

ERGEBNISSE:

  • Frauen mit Hyperthyreose hatten ein geringeres Risiko für gynäkologische Krebserkrankungen als Frauen ohne Hyperthyreose.
  • Das verringerte Risiko war insbesondere bei Frauen im Alter von 20 bis 40 Jahren signifikant.
  • Dieser Schutzeffekt bei Hyperthyreose hielt auch über einen Zeitraum von 6 Jahren an.
  • Bei Frauen mit Hypothyreose wurde ein leicht erhöhtes Risiko beobachtet, das jedoch statistisch nicht signifikant war.

PRAXISANWENDUNG:

Diese Ergebnisse könnten dazu beitragen, Trends in Bezug auf gynäkologische Krebsarten zu verstehen und weitere Forschung anzustoßen, um den Einfluss von Schilddrüsenhormonen auf die Fortpflanzungsfunktion zu klären.

QUELLE:

Die Studie wurde von John Hang Leung vom Ditmanson Medical Foundation Chia-Yi Christian Hospital in Taiwan geleitet und in Wissenschaftliche Berichte veröffentlicht.

EINSCHRÄNKUNGEN:

Die Verwendung von administrativen Datenbanken könnte zu Unter- oder Überschätzungen führen. Lebensstilfaktoren wie Fettleibigkeit wurden nicht berücksichtigt. Zudem konnte der Schilddrüsenhormonstatus zum Zeitpunkt der Diagnose nicht analysiert werden.

OFFENLEGUNG:

Die Studie wurde vom An-Nan Hospital der China Medical University in Taiwan unterstützt. Es sind keine finanziellen Interessen oder Konflikte in Bezug auf die Studie gemeldet.

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