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Schichtarbeiter neigen zu einer Vielzahl von Schlafstörungen

von NFI Redaktion

OBERSTEN ZEILE:

Eine umfangreiche belgische Studie hat gezeigt, dass Schichtarbeiter anfälliger für Kurzschlaf und eine Vielzahl von Schlafstörungen sind. Insbesondere bei Nachtschichtarbeitern war das Problem noch gravierender, da etwa die Hälfte von ihnen weniger als sechs Stunden pro Nacht schläft und mindestens an einer Schlafstörung leidet.

METHODIK:

  • Die Schichtarbeit, die normalerweise zu einer Störung des endogenen zirkadianen Schlaf-Wach-Rhythmus führt, kann die Menge und Qualität des Schlafs beeinträchtigen. Der genaue Zusammenhang mit Schlafstörungen war jedoch bisher weniger bekannt.
  • Die Forscher verwendeten Fragebögen, um die Schlafdauer und Schlafstörungen bei einer Vielzahl von Schichtarbeitsplänen (normaler Tag, früher Morgen, Abend, Nacht und Wechselschicht) zu bewerten.
  • Die Teilnehmer waren 37.662 erwachsene belgische Arbeitnehmer, die über eine belgische Zeitung rekrutiert wurden.

ERGEBNISSE:

  • Alle Schichtarbeitspläne waren im Vergleich zur regulären Tagesarbeit mit negativen Auswirkungen auf den Schlaf verbunden, wobei die Nachtschichtarbeit den größten negativen Einfluss hatte.
  • 50 % der Nachtschichtarbeiter berichteten von kurzem Schlaf (6 Stunden oder weniger pro Nacht), verglichen mit 26 % der Tagarbeiter.
  • 51 % der Nachtarbeiter wurden positiv auf mindestens eine Schlafstörung getestet, und 26 % wurden positiv auf zwei oder mehr Schlafstörungen getestet, darunter Schlaflosigkeit, schlafbezogene Atmungsstörungen und schlafbezogene Bewegungsstörungen.
  • Die schädlichen Auswirkungen der Schichtarbeit auf den Schlaf waren bei jungen Erwachsenen mit geringerer Bildung am deutlichsten.

UMSETZUNG:

Die Autoren betonen, dass eine regelmäßige Beurteilung der Schlafqualität und -menge sowie ein Screening auf Schlafstörungen bei Schichtarbeit von entscheidender Bedeutung sein könnten, um rechtzeitig Maßnahmen zu ergreifen und die negativen Auswirkungen auf die körperliche und geistige Gesundheit sowie die Arbeitsleistung zu verhindern.

QUELLE:

Die Studie mit Erstautorin Gretha Boersma, PhD, vom Forensic Psychiatric Hospital, GGZ Drenthe Mental Health Institute, Assen, Niederlande, wurde am 7. Dezember online in „Grenzen in der Psychiatrie“ veröffentlicht.

EINSCHRÄNKUNGEN:

Die Teilnehmer wurden über eine Zeitungsanzeige rekrutiert, was zu einer möglichen Voreingenommenheit bei der Auswahl führen könnte. Personen mit Schlafproblemen könnten eher geneigt sein, an einer Schlafstudie teilzunehmen, weshalb Personen mit Schlafstörungen möglicherweise überrepräsentiert sind. Während der verwendete Fragebogen zu Schlafstörungen in der Studie eine gute klinische Validität aufweist, ist zu beachten, dass ein Fragebogen nur eine Schätzung liefern kann.

OFFENLEGUNG:

Die Studie wurde nicht spezifisch finanziert, und die Autoren berichten von keinen Interessenkonflikten.

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