Home Medizin Psychische Gesundheitsprobleme stehen im Zusammenhang mit schlechteren Ergebnissen bei Krebsoperationen

Psychische Gesundheitsprobleme stehen im Zusammenhang mit schlechteren Ergebnissen bei Krebsoperationen

von NFI Redaktion

Neue Studiendaten mit fast 700,000 Personen zeigen, dass Krebspatienten mit Verhaltensstörungen weniger oft einer chirurgischen Resektion unterzogen werden und schlechtere operative Ergebnisse erzielen könnten.

Der Zusammenhang bleibt unklar und betont die Wichtigkeit, bestehende Verhaltensstörungen anzugehen, die sich nach einer Krebsdiagnose verschlimmern können, so Dr. Timothy M. Pawlik von der Ohio State University. Eine Krebsdiagnose kann nicht nur körperlichen, sondern auch mentalen, emotionalen, sozialen und wirtschaftlichen Stress verursachen, was zu neuen oder verschlimmerten Verhaltensstörungen führen kann, wie Pawlik und sein Team betonen.

Was ist über Verhaltensstörungen und Krebs bekannt?

Frühere Studien deuteten auf einen möglichen Zusammenhang zwischen Verhaltensstörungen und erhöhtem Krebsrisiko sowie mangelnder Pflegeeinhaltung, jedoch wurde die Auswirkung von Verhaltensstörungen auf Ergebnisse bei Krebspatienten, die operiert wurden, nicht untersucht, so Dr. Pawlik.

Eine Literaturübersicht von 27 Studien zeigte, dass Patienten mit schweren psychischen Erkrankungen ein höheres Krebstodesrisiko hatten und oft an Metastasen litten, aber weniger optimale Behandlungen erhielten. Die neue Studie ist die erste, die die Ergebnisse bei Patienten mit Verhaltensstörungen vor der Krebsdiagnose untersucht.

Warum war die Studie wichtig?

Verhaltensstörungen können das psychosoziale Wohlbefinden beeinträchtigen und zu Fehlanpassungsverhalten führen. Die neue Studie untersuchte die Auswirkungen von Substanzmissbrauch, Essstörungen und Schlafstörungen bei fast 700,000 erwachsenen Krebspatienten zwischen 2018 und 2021. Patienten mit Verhaltensstörungen hatten eine geringere Operationsrate, schlechtere Langzeitüberlebenszeiten und höhere Krankenhauskosten.

Die Studie zeigt auch eine höhere Komplikationsrate, längere Krankenhausaufenthalte und vermehrte Wiederaufnahmen nach Operationen bei Patienten mit Verhaltensstörungen.

Warum haben Patienten mit Verhaltensstörungen schlechtere Ergebnisse?

Die Gründe könnten vielschichtig sein und auf medizinische Komorbiditäten und chronische Krankheiten bei Patienten mit Verhaltensstörungen zurückzuführen sein. Der Zugang zu medizinischer Versorgung ist oft erschwert, besonders in sozial schwachen Gebieten, was zu schlechteren Ergebnissen führen kann.

Was können Onkologen tun?

Um die Versorgung von Patienten mit Verhaltensstörungen zu verbessern, sind besserer Zugang zur Verhaltensmedizin und politische Reformen im psychiatrischen Bereich notwendig. Kollaborative Versorgungsmodelle und Telegesundheitssysteme könnten helfen, den Zugang zu Diensten für Verhaltensstörungen zu verbessern.

Was sind die nächsten Schritte?

Weitere Untersuchungen sind erforderlich, um die Auswirkungen von Verhaltensstörungen bei jüngeren Krebspatienten zu verstehen. Zukünftige Studien sollten sich auf die spezifischen Auswirkungen von Substanzmissbrauch, Essstörungen und Schlafstörungen konzentrieren und wie sie die Ergebnisse nach Operationen beeinflussen könnten.

Die Studie wurde durch das Roessler Summer Research Scholarship des Ohio State University College of Medicine finanziert und die Forscher hatten keine finanziellen Konflikte zu offenbaren.

Dieser Artikel wurde ursprünglich auf MDedge.com veröffentlicht, Teil des Medscape Professional Network.

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