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Pandemie-Störung beeinträchtigte Menschen mit Diabetes

von NFI Redaktion

Neue Forschungsergebnisse legen nahe, dass Menschen mit Diabetes aufgrund von Störungen, die durch die COVID-19-Pandemie verursacht wurden, höhere Sterberaten und unerwünschte Folgen, insbesondere diabetische Ketoazidose (DKA) bei Kindern, zu verzeichnen hatten.

Diese Erkenntnisse stammen aus vermutlich der ersten systematischen Überprüfung von Beweisen im Zusammenhang mit den klinischen Auswirkungen der durch die COVID-19-Pandemie verursachten Störungen und den Verzögerungen bei der Suche nach medizinischer Versorgung, die bei Menschen mit Diabetes auftraten. Sie betreffen nicht direkt eine Erkrankung durch das SARS-CoV-2-Virus. Die Überprüfung wurde von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) in Auftrag gegeben und umfasste insgesamt 138 Studien, die sich auf mehr als 100.000 Menschen weltweit erstreckten.

Ergebnisse der Untersuchung

Mehrere Trends zeigten sich in den Untersuchungen. Sowohl die Gesamtmortalität als auch die diabetesbedingte Mortalität waren während der Pandemie im Vergleich zu vor der Pandemie weiter gestiegen. Ebenso zeigten die meisten Studien erhöhte Raten schwerer Amputationen und Sehverluste.

Es wurde auch festgestellt, dass während der Pandemie signifikant höhere Raten an DKA-Krankenhauseinweisungen bei Kindern und Jugendlichen auftraten, sowohl bei neu aufgetretenem als auch bei bereits bestehendem Typ-1-Diabetes.

Die Ergebnisse der Studie wurden von Jamie Hartmann-Boyce, PhD, vom Department of Health Promotion and Policy der University of Massachusetts Amherst und ihren Kollegen in der Fachzeitschrift The Lancet Diabetes & Endokrinologie am 23. Januar 2024 veröffentlicht. Zuvor hatte dasselbe Team im Auftrag der WHO eine ähnliche Untersuchung der Auswirkungen des SARS-CoV-2-Virus selbst auf Menschen mit Diabetes durchgeführt.

Lehren für die Zukunft

Hartmann-Boyle betonte die Bedeutung der Ergebnisse für zukünftige Gesundheitskrisen. Sie erklärte gegenüber Medizinische Nachrichten von Medscape, dass es wichtig sei, die gefährdeten Bevölkerungsgruppen zu identifizieren und gezielt medizinische Versorgung anzubieten. Zudem müssten Pläne für den Zugang zu Medikamenten und Hilfsgütern vorhanden sein, insbesondere für Personen, die möglicherweise keinen ausreichenden Versicherungsschutz haben.

Insbesondere bei Kindern und Jugendlichen rief sie dazu auf, Warnsignale für einen möglichen neuen Diabetes zu beachten und frühzeitig medizinische Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Sie wies jedoch darauf hin, dass die Überprüfung auf Studien aus Gebieten mit höherem Einkommen basierte und betonte, dass die Herausforderung darin besteht, die Daten zu interpretieren, da einige Menschen möglicherweise keine medizinische Versorgung aufsuchen.

Bedeutung der Daten

Die Untersuchung ergab, dass insbesondere bei Menschen mit Typ-1-Diabetes der Zugang zu kontinuierlicher Glukoseüberwachung positive Auswirkungen in Bezug auf die Gesundheitsergebnisse während der Pandemie hatte. Gleichzeitig warnten die Forscher, dass Technologien bestehende Ungleichheiten vertiefen könnten. Darüber hinaus wurden Zusammenhänge zwischen Verzögerungen bei der medizinischen Behandlung und negativen Auswirkungen auf das Sehvermögen festgestellt.

Die Finanzierung für die Überprüfung erfolgte durch die WHO und das britische National Institute for Health Research.

Miriam E. Tucker ist eine freiberufliche Journalistin mit Sitz im Raum Washington, DC. Sie schreibt regelmäßig Beiträge für Medscape Medical News, weitere Arbeiten erscheinen in der Washington Post, im Shots-Blog von NPR und in Diatribe. Sie ist auf X: @MiriamETucker.

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