Home Medizin Nur wenige Kinderärzte behandeln Jugendliche gerne mit OUD

Nur wenige Kinderärzte behandeln Jugendliche gerne mit OUD

von NFI Redaktion

Etwa einer von 100 Jugendlichen im Alter von 12 bis 17 Jahren in den Vereinigten Staaten leidet an einer Opioidkonsumstörung (OUD). Dennoch erhalten weniger als 5 % der Jugendlichen mit OUD die empfohlenen Behandlungen mit Buprenorphin oder Naltrexon gemäß der American Academy of Pediatrics (AAP), wie neue Daten zeigen.

In der Zwischenzeit haben sich die Todesfälle durch Drogenüberdosierung bei Jugendlichen zwischen 2019 und 2021 mehr als verdoppelt, wobei Opioide in den meisten Fällen eine Rolle spielten.

Dr. Scott E. Hadland von der Abteilung für Jugend- und Jugendmedizin bei Mass General for Children in Boston und seine Kollegen haben in einem Forschungsbrief, der am 26. Februar in JAMA Pädiatrie veröffentlicht wurde, ausführlich über die Behandlungslücke und die Hindernisse bei der Betreuung von Jugendlichen mit OUD in der Grundversorgung berichtet.

Eine Umfrage wurde an 1681 Kinderärzte in den USA geschickt, von denen 474 in der Grundversorgung tätig sind und Jugendliche behandeln.

Verantwortlichkeiten bezüglich der OUD-Behandlung

Die meisten Befragten (Durchschnittsalter 49,5; 74,0 % weiblich) waren der Meinung, dass es ihre Verantwortung ist, Substanzmissbrauchsstörungen zu erkennen (93,9 %) und Patienten zur Behandlung zu überweisen (97,4 %).

Weniger waren jedoch der Meinung, dass es ihre Verantwortung ist, Substanzstörungen direkt zu behandeln (20,3 %) oder Medikamente zu verschreiben (12,4 %). Eine geringere Anzahl von Befragten fühlte sich gut auf die Beratung von Jugendlichen zum Opioidkonsum vorbereitet (48,3 % im Vergleich zu anderen Substanzen).

Mangel an Ausbildung in Residenzprogrammen

Die Autoren betonten die Notwendigkeit einer besseren Ausbildung des medizinischen Personals, insbesondere in Bezug auf die Behandlung von OUD in der Grundversorgung.

Dr. Sharon Levy vom Boston Children’s Hospital empfiehlt, dass allgemeine Kinderärzte mehr über Suchtmedizin erfahren sollten und dass neue Versorgungsmodelle erforscht werden könnten, um die Behandlung von Jugendlichen mit OUD zu verbessern.

Ausblick auf vielversprechende Modelle

In Boston haben sie bereits ein Beratungsprogramm für Hausärzte eingerichtet, um bei Fragen zum Substanzkonsum von Teenagern zu helfen. Das Programm hat sich weiterentwickelt, um auch direkte Unterstützung für Patienten anzubieten, einschließlich Gruppentherapie.

Mit dem Wachstum der Telegesundheit seit der Pandemie könnten neue Versorgungsmodelle entstehen, die es ermöglichen, Jugendliche mit OUD effektiver zu behandeln.

Dr. Hadland und seine Kollegen berichteten über mögliche Interessenkonflikte in Bezug auf Zahlungen und Unterstützung von Organisationen. Dieser Artikel erschien ursprünglich auf MDedge.com, Teil des Medscape Professional Network.

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