Home Medizin Neue Methode zur Auslösung und Bildgebung von Anfällen bei Epilepsiepatienten entwickelt

Neue Methode zur Auslösung und Bildgebung von Anfällen bei Epilepsiepatienten entwickelt

von NFI Redaktion

Forscher haben eine neue Methode entwickelt, um Anfälle bei Epilepsiepatienten auszulösen und zu bildgebend, was Ärzten ermöglicht, Echtzeitdaten zu sammeln, um Epilepsieoperationen individuell anzupassen. Im Gegensatz zur bisherigen Praxis, bei der Ärzte stunden- bis tagelang auf den Beginn eines Anfalls warten mussten, ist die neue Methode komfortabel, ressourcenschonend und klinisch durchführbar. Diese wegweisende Studie wurde in der Märzausgabe des Journals of Nuclear Medicine veröffentlicht.

Menschen mit Epilepsie und Krampfanfällen, die nicht auf Medikamente ansprechen, können oft von einer Gehirnoperation profitieren. Das Ziel ist es, das epileptische Hirngewebe zu entfernen und gleichzeitig das gesunde Hirngewebe zu schützen, um Anfälle zu kontrollieren und neurologische Defizite zu vermeiden. „Die genaue Abgrenzung des epileptischen Hirngewebes ist für erfolgreiche Operationen entscheidend, und die rechtzeitige Aufnahme von Anfallsbildern kann dazu beitragen, Operationen mit höherer Präzision zu planen“, erklärte Sabry L. Barlatey, MD, PhD, Assistenzarzt in der Abteilung für Neurochirurgie am Universitätsspital Bern, Schweiz.

Seit den 1990er Jahren wird die iktale SPECT-Methode als einzige bildgebende Technik eingesetzt, die in der Lage ist, die Ausbreitung eines epileptischen Anfalls im Gehirn aufzuzeichnen. Aufgrund von Kosten- und Zeitbeschränkungen im Gesundheitswesen haben die meisten Epilepsiezentren diese informative Technik jedoch aufgegeben.

Die Studie hat gezeigt, dass geplante Anfälle durch gezielte elektrische Stimulation des Gehirns ausgelöst werden können, anstatt auf spontane Ereignisse zu warten. Diese einfache, bisher ungetestete Idee könnte revolutionär sein“, sagte Maxime O. Baud, MD, PhD, Professor für Neurologie an der Universitätsspital Bern.

In dieser Fallstudie wurden drei erwachsene Teilnehmer mit Linkstemporalepilepsie einbezogen. Die Wissenschaftler nutzten stereotaktische Elektroenzephalographie (sEEG)-Ableitungen in spezifischen Gehirnbereichen, um individuelle Anfälle auszulösen. Der Radiotracer 99mTc-HMPAO wurde innerhalb von 12 Sekunden nach dem Auftreten des Anfalls verabreicht und SPECT-Bilder wurden innerhalb von 40 Minuten aufgenommen.

Bei allen Teilnehmern wurden Anfälle erfolgreich ausgelöst, die typische Anfallssemologie und elektrografische Muster im sEEG ohne unerwünschte Ereignisse widerspiegelten. Jeder ausgelöste Anfall war individuell und die frühzeitige Ausbreitung des Anfalls war einzigartig. In den ersten beiden Fällen lieferte die iktale SPECT zusätzliche Informationen zum sEEG und zeigte frühzeitig betroffene Gehirnbereiche, die nicht von Elektroden abgedeckt waren. Im dritten Fall ergänzten sich sEEG und iktale SPECT.

„Die Ergebnisse dieser Studie sind praktisch relevant, da sie die Aufnahme von iktalem SPECT erheblich erleichtern“, kommentierte Dr. Thomas Pyka, Privatdozent in der Abteilung für Nuklearmedizin am Universitätsspital Bern. „Dies kann zu qualitativ hochwertigeren Bildern führen und die Planung der Resektion optimieren, was die Ergebnisse von Anfalls- und kognitiven Operationen bei Epilepsie verbessern könnte.“

Diese wegweisende Studie wurde im Januar 2024 online veröffentlicht.

Quelle:

Gesellschaft für Nuklearmedizin und molekulare Bildgebung

Zeitschriftenreferenz:

Barlatey, SL, et al. (2024). Ausgelöste Anfälle durch iktale SPECT-Bildgebung: Eine Fallserie und Machbarkeitsstudie. Das Journal of Nuclear Medicine. doi.org/10.2967/jnumed.123.266515.

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