Home Medizin Neue Fortschritte bei der einmal täglichen oralen HIV-Alternative

Neue Fortschritte bei der einmal täglichen oralen HIV-Alternative

von NFI Redaktion

Die Wirksamkeit einer einmal täglich einzunehmenden oralen Kombinationstherapie gegen HIV – bestehend aus Bictegravir und Lenacapavir – wurde in einer Phase-2-Studie mit HIV-positiven Personen, die bereits virologisch unterdrückt sind, untersucht. Die Ergebnisse der Studie wurden auf der Conference on Retrovirus and Opportunistic Infections (CROI) in Denver präsentiert.

In der von Gilead Sciences gesponserten multizentrischen ARTISTRY-1-Studie wurde die einmal täglich einzunehmende Testpille – eine Kombination aus Bictegravir, einem Integrase-Strangtransfer-Inhibitor, und Lenacapavir, einem erstklassigen Kapsid-Inhibitor – mit aktuellen komplexen Therapien verglichen.

Obwohl es seit mehr als einem Jahrzehnt Einzeltabletten-Therapien gibt, können schätzungsweise 8% der Menschen mit HIV diese nicht einnehmen und sind daher auf komplexe Therapien angewiesen. Einige Teilnehmer erhielten sogar Therapien, die Pillen und Infusionen kombinierten.

Probleme mit bestehenden Optionen

Dr. Antonio E. Urbina, ärztlicher Direktor der Innenstadtklinik des Mount Sinai Institute for Advanced Medicine, erklärte, dass es viele Gründe gibt, warum Menschen mit HIV nicht in der Lage sind, die verfügbaren Einzeltablettenoptionen einzunehmen. Die Kombination von Bictegravir und Lenacapavir wird daher mit Spannung erwartet, da sie das Potenzial für eine einzige Tablette bietet, um die Behandlung zu optimieren und die Pillenlast zu verringern.

In der Studie nahmen 128 Teilnehmer teil und wurden zufällig einer niedrig dosierten oder hoch dosierten täglichen oralen Behandlung mit Bictegravir und Lenacapavir oder der Fortsetzung ihrer aktuellen komplexen Therapie zugeteilt.

Gute virologische Unterdrückung

Die Daten zeigten eine gute virologische Unterdrückung nach 6 Monaten in allen Gruppen. Die Nebenwirkungen waren in beiden Bictegravir-Lenacapavir-Regimen gering und die meisten waren mild.

Unbeantwortete Fragen

Experten wiesen darauf hin, dass weitere Untersuchungen notwendig sind, um die Langzeitwirksamkeit und andere Aspekte dieser neuen Therapieoption zu beurteilen. Fragen zur Verwendung bei Patienten ohne virologische Unterdrückung zu Beginn der Studie und zur Anwendung bei Patienten mit einer Hepatitis-B-Koinfektion müssen geklärt werden.

Die Phase-3-Studie mit der höheren Dosis wird voraussichtlich bis Ende 2025 abgeschlossen sein. Die Forscher sind zuversichtlich, dass diese neue Therapieoption das Leben von Patienten vereinfachen und die Einhaltung der Behandlung verbessern wird.

Die Autorin, Marcia Frellick, hat eine lange Erfahrung als Gesundheitsjournalistin und berichtet über medizinische Themen ausführlich in verschiedenen Publikationen.

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