Home Medizin Neuartiger Bluttest verspricht, Krebserkrankungen im Frühstadium mit hoher Genauigkeit zu erkennen

Neuartiger Bluttest verspricht, Krebserkrankungen im Frühstadium mit hoher Genauigkeit zu erkennen

von NFI Redaktion

In einem kürzlich veröffentlichten Artikel in der Zeitschrift BMJ Onkologie haben Forscher einen neuartigen Diagnosetest entwickelt. Dieser basiert auf der Proteom/Flüssigkeitsbiopsie, um seltene Plasmaproteine zu erkennen, die Biomarker für verschiedene Krebsarten in menschlichen Organen darstellen.

Studie: Neuartiger, auf Proteomik basierender Plasmatest zur Früherkennung mehrerer Krebsarten in der Allgemeinbevölkerung.
Studie: Neu entwickelter Test nutzt Proteomik zur Früherkennung von Krebsarten in der Allgemeinbevölkerung. Bild von: ArtemisDiana/Shutterstock.com

Die Forscher entwickelten den Test, um die geringere Empfindlichkeit und Genauigkeit aktueller Proteintests und Nukleinsäuretests bei der Erkennung von Proteinbiomarkern für Krebserkrankungen im Frühstadium zu überwinden. Dies ist besonders wichtig, da eine frühzeitige Diagnose von Krebs die Heilungschancen verbessern kann.

Hintergrund

Die steigende Krebsinzidenz weltweit macht eine genaue Früherkennung von Krebsarten unabdingbar. Dafür sind jedoch zuverlässige Tests notwendig. Aktuell eingesetzte Tests wie Mammographie oder Koloskopie sind invasiv, teuer und bei Krebserkrankungen im Frühstadium nicht immer genau genug.

Die basierend auf Genomik entwickelte Flüssigbiopsie könnte die Entwicklung eines einzelnen Bluttests zur gleichzeitigen Früherkennung mehrerer Krebsarten ermöglichen, ist jedoch aktuell teuer und zeigt bei Krebserkrankungen im Frühstadium eine geringe Sensitivität.

Bislang blieb die Nutzung von Plasmaproteinen als Biomarker für Krebs eine Herausforderung, aufgrund der Komplexität des Proteoms und der geringen Empfindlichkeit bei der Erkennung seltener Proteine.

Trotz dieser Herausforderungen haben viele dieser blutbasierten Proteinbiomarker gezeigt, dass sie Krebserkrankungen frühzeitig erkennen und überwachen können. Beispiele hierfür sind das Krebsantigen 15-3 (CA 15-3) und weitere Proteine, die für die Früherkennung von Brust-, Darm- und Leberkrebs eingesetzt werden.

Studienmethodik

In der vorliegenden Studie sammelten die Forscher Plasmaproben von 440 Krebspatienten und gesunden Personen. Mithilfe der Proximity Extension Assay (PEA)-Technologie von Olink maßen sie die Proteinkonzentrationen in den Proben und entwickelten statistische Modelle, um Krebsarten im Frühstadium zu identifizieren.

Sie führten umfangreiche Analysen durch, um die relevantesten Proteine für die Krebsdiagnose zu identifizieren und bewerteten die Leistung des entwickelten Biomarker-Panels mithilfe einer Vielzahl von Messmethoden.

Ergebnisse

Die Studie zeigte, dass bestimmte Plasmaproteine mit hoher Genauigkeit zwischen verschiedenen Krebsarten unterscheiden können. Zusätzlich stellten die Forscher fest, dass die Assoziation zwischen Proteinen und Krebsarten geschlechtsspezifisch ist.

Die Kombination mehrerer Proteine als Panel erreichte eine sehr hohe Genauigkeit bei der Erkennung von Krebserkrankungen im Frühstadium. Die entwickelten Tests wiesen eine beeindruckende Sensitivität und Spezifität von 90 % bzw. 85 % bei Männern und Frauen auf.

Abschluss

Die Studie hebt die potenzielle Nutzung von Plasmaproteinen als Biomarker für die Früherkennung von Krebs hervor und betont die geschlechtsspezifische Komplexität dieser Biomarker. Diese Erkenntnisse könnten neue Wege für die Forschung in der Proteomik und Krebsbiologie eröffnen und die Entwicklung von kostengünstigen Screening-Tests für Krebsarten vorantreiben.

Obwohl weitere Validierungen erforderlich sind, um die Zuverlässigkeit und Generalisierbarkeit des Tests sicherzustellen, könnte die Implementierung eines solchen Tests in Gesundheitssystemen die Belastung durch Krebserkrankungen verringern und zukünftige Vorsorgeuntersuchungen neu gestalten.

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