Home Medizin Neu identifizierte Antikörper zielen auf eine schwer zu erkennende Region des Influenzavirus

Neu identifizierte Antikörper zielen auf eine schwer zu erkennende Region des Influenzavirus

von NFI Redaktion

Forscher des National Institutes of Health haben Antikörper entdeckt, die eine schwer zu erkennende Region des Influenzavirus anvisieren und so neue Erkenntnisse über die „dunkle Seite“ des Neuraminidase (NA)-Proteinkopfes liefern. Diese Antikörper richten sich auf eine häufig vorkommende Region des NA-Proteins, insbesondere bei H3N2-Subtypen, und könnten ein neues Ziel für Gegenmaßnahmen darstellen. Die Studie, durchgeführt von Wissenschaftlern des Vaccine Research Center des National Institute of Allergy and Infectious Diseases, wurde heute in der Zeitschrift Immunity veröffentlicht.

Jedes Jahr erkranken weltweit Millionen Menschen an Influenza oder Grippe, was zu schwerwiegenden Krankheiten und sogar zum Tod führen kann. Obwohl eine Impfung gegen Influenza die Krankheitslast reduziert, müssen jedes Jahr aktualisierte Impfstoffe entwickelt werden, um Schutz vor den verschiedenen sich verändernden Virenstämmen und -subtypen zu bieten. Impfstoffe, die einen breiten Schutz vor Influenzaviren bieten, könnten das Auftreten neuer Grippeviren verhindern, ohne jährlich neue Impfungen erforderlich zu machen.

Eine Möglichkeit, Grippeimpfstoffe und andere Maßnahmen zu verbessern, besteht darin, neue Zielregionen auf den Oberflächenproteinen des Virus zu identifizieren, die konserviert sind und wenig mutieren. Die Neuraminidase der Influenza ist ein Oberflächenprotein mit einem kugelförmigen Kopf und einem schmalen Stielbereich. Die Unterseite des NA-Kopfes enthält eine konservierte Region, die leicht von Antikörpern erkannt werden kann und das Virus hemmen kann, ohne von häufigen Mutationen betroffen zu sein. Diese Region, auch als „dunkle Seite“ bezeichnet, war bisher wenig erforscht.

In Labortests haben isolierte menschliche Antikörper, die auf die dunkle Seite von NA abzielen, die Ausbreitung von verschiedenen Influenzaviren wirksam gehemmt, darunter auch pandemische Stämme. Die Antikörper konnten Mäuse vor einer tödlichen Infektion schützen, was darauf hindeutet, dass sie eine vielversprechende Behandlung und Prophylaxe gegen Influenza darstellen könnten. Die Strukturanalyse dieser Antikörper zeigte, dass sie unterschiedliche Bereiche der dunklen Seite des NA anvisieren, was darauf hindeutet, dass diese Region viele potenzielle Ziele für zukünftige Gegenmaßnahmen bieten könnte.

Diese Ergebnisse zeigen, dass die dunkle Seite des NA bisher ungenutzte Epitope enthält, die für die Entwicklung neuer Impfstoffe und Therapien gegen Influenza genutzt werden könnten. Antikörper, die diese Region anvisieren, könnten in Kombination mit anderen antiviralen Medikamenten zur Behandlung von Influenza eingesetzt werden, insbesondere gegen arzneimittelresistente Stämme. Die Forscher schlagen vor, dass Ziele auf der dunklen Seite des NA in zukünftigen Impfstoffen gegen Influenza berücksichtigt werden sollten.

Quelle:

NIH/National Institute of Allergy and Infectious Diseases

Zeitschriftenreferenz:

Lederhofer, J., et al. (2024) Protective human monoclonal antibodies target conserved vulnerabilities on the underside of Influenza virus neuraminidase. Immunity. doi.org/10.1016/j.immuni.2024.02.003.

Related Posts

Adblock Detected

Please support us by disabling your AdBlocker extension from your browsers for our website.