Home Medizin Mikrobielle Signaturen im Zusammenhang mit der Reaktion auf die Immuntherapie bei verschiedenen Krebsarten

Mikrobielle Signaturen im Zusammenhang mit der Reaktion auf die Immuntherapie bei verschiedenen Krebsarten

von NFI Redaktion

Die Identifikation von Bakterienstämmen im Mikrobiom könnte entscheidend sein, um vorherzusagen, welche Patienten von einer kombinierten Immuntherapie bei verschiedenen Krebsarten, einschließlich seltener gynäkologischer Krebse, Gallengangskrebs und Melanome, profitieren könnten.

In einer wegweisenden Studie haben Forscher des Wellcome Sanger Institute und des Olivia Newton-John Cancer Research Institute in Australien die Möglichkeit entdeckt, eine Signatur von Mikroorganismen im Darm zu verwenden, um potenzielle Patienten zu identifizieren, die von einer solchen Therapie profitieren würden.

Durch eine detaillierte Analyse der Darmbakterien konnten sie bisher nicht kultivierte Bakterienstämme identifizieren, die mit einer positiven Reaktion auf die Immuntherapie verbunden waren. Diese Erkenntnisse könnten zu einer personalisierteren Behandlung von Krebs führen, indem sie die Entwicklung zielgerichteter Probiotika fördern, die das Mikrobiom gezielt beeinflussen, um eine erfolgreichere Immuntherapie zu unterstützen.

Die Studie, veröffentlicht in Nature Medicine, zeigt das Potenzial einer Mikrobiomsignatur, um die Effektivität einer kombinierten Immuntherapie vorherzusagen, was dazu beitragen könnte, unerwünschte Nebenwirkungen zu reduzieren und die Behandlung auf diejenigen zu konzentrieren, die am meisten davon profitieren würden.

Die Forscher analysierten Stuhlproben von Patienten aus klinischen Studien und entdeckten, dass spezifische Bakterienstämme eine entscheidende Rolle dabei spielten, wer gut auf die Behandlung reagierte. Dies führte zur Entwicklung eines maschinellen Lernmodells, das vorhersagen konnte, welche Patienten von der Therapie profitieren würden.

Weiterhin betonten die Forscher die Notwendigkeit, die Bedeutung des Mikrobioms bei der Entwicklung zukünftiger Therapien zu berücksichtigen. Die Personalisierung von Behandlungsmethoden auf Grundlage des individuellen Mikrobioms der Patienten könnte dazu beitragen, Krebsbehandlungen effektiver und zugänglicher zu machen.

Dr. David Adams vom Wellcome Sanger Institute betonte die Bedeutung des Mikrobioms bei der Reaktion auf Immuntherapien und unterstrich die Möglichkeit der Entwicklung zielgerichteter Therapien auf Basis dieser Erkenntnisse.

Dr. David Adams, Co-Senior-Autor vom Wellcome Sanger Institute

Die Forschung legt nahe, dass die gezielte Modulation des Mikrobioms in Zukunft eine wichtige Rolle bei der Krebsbehandlung spielen könnte, indem sie die Wirksamkeit und Verträglichkeit von Immuntherapien verbessert und die Reaktion der Patienten vorhersehbarer macht.

Quelle: Wellcome Trust Sanger Institute

Zeitschriftenreferenz: Gunjur, A., et al. (2024). A microbial gut signature for combined immune checkpoint blockade in diverse cancer types. Nature Medicine. doi.org/10.1038/s41591-024-02823-z.

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