Home Medizin Lungenkrebs-Screening: Für manche Patienten unnötig?

Lungenkrebs-Screening: Für manche Patienten unnötig?

von NFI Redaktion

OBERSTEN ZEILE:

Das Lungenkrebs-Screening (LCS) führte in 31,9 % der Fälle zu bildgebenden und invasiven Eingriffen, in 2,8 % zu invasiven Eingriffen allein. Von den Patienten mit invasiven Eingriffen erlitten 30,6 % Komplikationen.

METHODIK:

  • Die Forscher analysierten Daten von 9266 Patienten im Alter von 55 bis 80 Jahren, die zwischen 2014 und 2018 mindestens eine LCS mit Niedrigdosis-CT (LDCT) abgeschlossen hatten.
  • Diese Studie nutzte Daten des PROSPR Lung Consortium und verglich die Ergebnisse mit denen des National Lung Screening Trial (NLST), einer Studie aus dem Jahr 2011.

WEGBRINGEN:

  • Von den Patienten wurden 2956 (31,9 %) einer bildgebenden Nachuntersuchung unterzogen, während 180 (2,8 %) invasive Eingriffe wie Nadelbiopsien, Bronchoskopien und Thorakoskopien erhielten.
  • Innerhalb von 30 Tagen nach einem invasiven Eingriff traten bei 30,6 % der Patienten Komplikationen auf, von denen 20,6 % schwerwiegend waren.
  • Die Komplikationsrate nach invasiven Eingriffen war bei PROSPR höher als bei NLST (30,6 % vs. 17,7 %).
  • Patienten mit abnormalem Lungenkrebs-Screening waren älter, rauchten häufiger und hatten mehr Begleiterkrankungen.
  • Die US Preventive Services Task Force empfahl 2013 jährliche LCS für bestimmte Raucher basierend auf den NLST-Ergebnissen.

IN DER PRAXIS:

Die Forscher betonen die Notwendigkeit praxisbasierter Strategien zur Bewertung von Qualitätsschwankungen in der Versorgung und zur Priorisierung von LCS bei Patienten, die voraussichtlich den größten Nutzen aus dem Screening ziehen.

QUELLE:

Katharine A. Rendle, PhD, MSW, MPH, von der Perelman School of Medicine der University of Pennsylvania, ist die korrespondierende Autorin der Studie, die online in den Annalen der Inneren Medizin veröffentlicht wurde.

EINSCHRÄNKUNGEN:

Die retrospektive Studie analysierte codierte Daten und der direkte Vergleich mit NLST wurde durch unterschiedliche Bewertungskriterien erschwert. Die PROSPR-Patienten waren älter, rauchten häufiger und hatten mehr Begleiterkrankungen als die NLST-Patienten.

OFFENLEGUNG:

Diese Studie wurde durch Zuschüsse des National Cancer Institute und der Gordon and Betty Moore Foundation unterstützt.

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