Home Medizin Luftverschmutzung führt zu größerer Amyloidbelastung im Gehirn

Luftverschmutzung führt zu größerer Amyloidbelastung im Gehirn

von NFI Redaktion

OBERSTEN ZEILE:

Eine neue Obduktionsstudie hat gezeigt, dass eine erhöhte Belastung durch verkehrsbedingte Luftverschmutzung mit einem höheren Vorkommen von Amyloid-Plaques im Gehirn in Verbindung steht. Besonders die Belastung in den drei Jahren vor dem Tod birgt das größte Risiko.

METHODIK:

  • Gehirngewebe von 224 Menschen aus Atlanta wurde untersucht, die bereit waren, nach ihrem Tod ihr Gehirn zu spenden (Durchschnittsalter beim Tod 76 Jahre), um das Vorhandensein von Amyloid-Plaques und Tau-Tangles zu analysieren.
  • Die Forscher untersuchten auch die Feinstaubbelastung < 2,5 Mikrometer (PM2.5) durch verkehrsbedingte Luftverschmutzung an den Wohnadressen der Teilnehmer 1, 3 und 5 Jahre vor dem Tod.
  • Zusätzlich wurde das Vorhandensein des APOE e4-Gens auf mögliche Auswirkungen auf den Zusammenhang zwischen Luftverschmutzung und Hinweisen auf Alzheimer-Krankheit (AD) untersucht.

WEGBRINGEN:

  • Die durchschnittliche Exposition im Jahr vor dem Tod betrug 1,32 µg/m3 und 1,35 µg/m3 in den 3 Jahren vor dem Tod.
  • Personen mit einer um 1 µg/m3 höheren PM2.5-Exposition im Jahr vor dem Tod hatten fast das doppelte Risiko, höhere Plaquewerte zu haben (Odds Ratio [OR], 1,92; 95 % KI, 1,12–3,30). Bei einer höheren Exposition in den 3 Jahren vor dem Tod betrug das Risiko 87 % (OR, 1,87; 95 % KI, 1,01–3,17).
  • 56 % der Stichprobe waren Träger des APOE e4-Genotyps, aber der stärkste Zusammenhang zwischen Umweltverschmutzung und neuropathologischen Markern wurde bei Nichtträgern des Genotyps festgestellt, auch wenn dieser Zusammenhang statistisch nicht signifikant war.

IN DER PRAXIS:

Weitere Untersuchungen sollen die Kausalität des Zusammenhangs zwischen PM2.5 und AD genauer untersuchen, einschließlich epidemiologischer und mechanistischer Studien. Zukünftige Studien sollten auch den Einfluss von PM2.5 auf andere demenzbezogene Pathologien wie zerebrovaskuläre Pathologien untersuchen, so die Autoren der Studie.

QUELLE:

Die Studie, geleitet von Anke Huels, PhD, von der Emory University in Atlanta, wurde am 21. Februar 2024 online in Neurology veröffentlicht.

EINSCHRÄNKUNGEN:

Die Stichprobe war nicht repräsentativ für die Gesamtbevölkerung, da es sich um eine Convenience-Stichprobe handelte, die hauptsächlich aus hochgebildeten weißen Teilnehmern bestand.

OFFENLEGUNG:

Die Studie wurde von verschiedenen Institutionen, darunter dem National Institute of Environmental Health Sciences und dem National Institute on Aging, finanziert. Es wurden keine relevanten Interessenkonflikte offengelegt.

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