Home Medizin Liegt die Fähigkeit von SARS-CoV-2, Menschen zu infizieren, an seiner evolutionären Vergangenheit?

Liegt die Fähigkeit von SARS-CoV-2, Menschen zu infizieren, an seiner evolutionären Vergangenheit?

von NFI Redaktion

In einer kürzlich in der Zeitschrift „Wissenschaftliche Berichte“ veröffentlichten Studie untersuchte Forscher die evolutionären Ursprünge des schweren akuten respiratorischen Syndroms Coronavirus 2 (SARS-CoV-2). Frühere Arbeiten haben die Hypothese aufgestellt, dass genetische Rekombinationsereignisse zwischen Fledermaus- und Schuppentierviren das Virus in die Lage versetzt haben könnten, menschliche Zellen zu infizieren. Die bayesianischen phylogenetischen Analysen dieser Studie stellen jedoch diese Annahme in Frage. Die Analyse von über 100 Virusgenomen ergab, dass ein wahrscheinlicher generalistischer Säugetierpathogen bereits über die notwendigen Merkmale verfügte, um Menschen zu infizieren und sie nicht von anderen eng verwandten Stämmen erworben hat. Diese Forschung ist ein entscheidender erster Schritt zum Verständnis der Evolutionsgeschichte dieses Krankheitserregers.

Das schwere akute respiratorische Syndrom Coronavirus 2 (SARS-CoV-2) gehört zur Familie der Coronaviridae und wurde erstmals Ende 2019 in Wuhan, China entdeckt. Die daraus resultierende Pandemie der Coronavirus-Krankheit 2019 (COVID-19) forderte fast 7 Millionen Menschenleben und infizierte über 700 Millionen weitere. Zur Klärung der evolutionären Ursprünge dieser Krankheitserreger wurden wissenschaftliche Untersuchungen durchgeführt. Ziel war es, die schwerwiegende Infektiosität des Virus zu verstehen, um klinische Interventionen zu verbessern und sich besser auf zukünftige Ausbrüche vorzubereiten.

Die Studie legte dar, dass die Rekombination zwischen Fledermäusen und Schuppentieren möglicherweise menschlichem SARS-CoV-2 ermöglicht haben könnte, die Immunität des Wirts zu umgehen und zu schwerer Virulenz beizugetragen haben. Darüber hinaus legte die Analyse nahe, dass die Aminosäurereste, die für die Erkennung des hACE2-Rezeptors in SARS-CoV-2 wichtig sind, ein Produkt von Konvergenz und nicht von Rekombination sind. Die hier durchgeführten rekombinationsbewussten phylogenetischen Analysen umfassten 111 Coronavirus-Genome aus verschiedenen Wirten und stützen die natürliche Entstehung der RBD-Variablenschleife bei SARS-CoV-2. Die Ergebnisse der Studie liefern einen eingehenderen Einblick in die Rekombinationsgeschichte des Virus.

Quelle:
Esquivel Gomez, LR, Weber, A., Kocher, A. & Kühnert, D. (2024). Die rekombinationsbewusste phylogenetische Analyse gibt Aufschluss über den evolutionären Ursprung von SARS-CoV-2. Wissenschaftliche Berichte, 14(1), 1-11, DOI – https://doi.org/10.1038/s41598-023-50952-1, https://www.nature.com/articles/s41598-023-50952-1

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