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Kardiologen kritisieren Bericht über Koronarstent-Überbeanspruchung

von NFI Redaktion

Ein kürzlich veröffentlichter Bericht einer gemeinnützigen klinischen Überwachungsgruppe hat Kardiologen aufgrund der Behauptung, dass jeder fünfte Stent, der bei Medicare-Empfängern mit stabiler koronarer Herzkrankheit (KHK) eingesetzt wurde, als „Überbeanspruchung“ angesehen werden sollte, Kritik hervorgerufen.

Der Bericht des Lown Institute untersuchte perkutane Koronarinterventionen (PCIs), insbesondere Stent-Platzierungen, mithilfe von Medicare-Antragsdaten von 2019 bis 2021. Während die Daten der ersten beiden Jahre auch Medicare Advantage enthielten, waren diese für 2021 nicht verfügbar. Eine Stentplatzierung wurde als „Überbeanspruchung“ betrachtet, wenn sie bei einem Patienten mit stabiler KHK durchgeführt wurde und eine ischämische Herzkrankheit mindestens sechs Monate vor dem Eingriff diagnostiziert wurde. Patienten mit instabiler Angina pectoris oder kürzlichem Herzinfarkt wurden ausgeschlossen.

Der Bericht ist Teil des Fokus des Lown Institute auf das, was es als geringwertige Pflege bezeichnet. Der Bericht kommt zu dem Schluss, dass Krankenhäuser mehr als 229.000 unnötige Stenteinsätze durchgeführt haben und dass Medicare von 2019 bis 2021 bis zu 2,4 Milliarden US-Dollar für diesen übermäßigen Einsatz ausgegeben hat. Diese Schlussfolgerung hat jedoch zu Diskussionen und Kritik seitens einiger Kardiologen geführt.

Einige Kardiologen betonten, dass die Definition von „Überbeanspruchung“ problematisch sei und die vielfältigen klinischen Faktoren bei der Entscheidungsfindung für Stentimplantationen nicht angemessen berücksichtige. Sie wiesen darauf hin, dass die aktuelle Methodik zur Beurteilung der Angemessenheit von Stents über alle verfügbaren klinischen Informationen verfügen sollte.

Der Lown-Bericht hat auch zu Diskussionen über das Krankheitsmodell für chronisch stabile obstruktive Erkrankungen, die Verwendung von Stents und die finanziellen Interessenkonflikte in der Medizin geführt. Einige Kardiologen betonten jedoch, dass die aktuelle Diskussion über die Stentnutzung und die Effektivität von Stents bei bestimmten Patientengruppen multidimensional sein sollte und durch vorhandene und genauere Methoden zur Beurteilung der Angemessenheit ergänzt werden sollte.

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