Home Medizin Kapselendoskopie-gesteuerte Behandlung reduziert Schübe bei Morbus Crohn

Kapselendoskopie-gesteuerte Behandlung reduziert Schübe bei Morbus Crohn

von NFI Redaktion

STOCKHOLM, Schweden – Eine neue Studie hat gezeigt, dass eine proactive „Treat-to-Target“-Strategie bei Patienten mit Morbus Crohn (CD), die sich in Remission befinden, aber laut Videokapselendoskopie als Hochrisikopatienten gelten, in der Vorbeugung eines klinischen Schubs innerhalb der nächsten zwei Jahre im Vergleich zur fortgesetzten Standardversorgung überlegen ist.

Dr. Shomron Ben-Horin vom Sheba Medical Center der Universität Tel Aviv, Israel, berichtete auf dem 19. Kongress der European Crohn’s and Colitis Organization (ECCO) über die Ergebnisse der randomisierten kontrollierten CURE-CD-Studie. Die Studie zeigte, dass Patienten mit einem Lewis-Score ≥ 350, wie durch die Ergebnisse der Videokapselendoskopie angezeigt, während der 2-Jahres-Nachbeobachtung signifikant weniger Rückfälle erlebten als Patienten mit dem gleichen Ausmaß an Entzündungen, die ihre Standardbehandlung fortsetzten.

An der Studie nahmen 60 Patienten mit Morbus Crohn teil, die sich in klinischer Remission befanden. Die Patienten unterzogen sich klinischen Untersuchungen, Biomarker- und Bildgebungskontrollen sowie Videokapselendoskopien über einen Zeitraum von 24 Monaten. 40 dieser Patienten mit einem Lewis-Score ≥ 350 wurden randomisiert entweder einer proaktiven Behandlungsoptimierung oder einer fortgesetzten Standardversorgung zugeteilt. Der primäre Endpunkt war die Rate an klinischen Rückfällen bei Hochrisikopatienten.

Die Behandlungsintensivierung in der Gruppe mit proaktiver Strategie umfasste eine Erhöhung der Biologika-Dosis, die Einführung eines Biologikums oder den Wechsel eines Biologikums. Nach 24 Monaten trat ein klinischer Schub bei 25 % der proaktiven Hochrisikogruppe gegenüber 70 % der Hochrisikogruppe mit Standardversorgung auf.

Die Ergebnisse bieten zusätzliche Unterstützung für den Treat-to-Target-Ansatz, insbesondere für Hochrisikopatienten. Weiterhin öffnen sie die Tür für die personalisierte Behandlung und die Nutzung der Videokapselendoskopie zur Risikostratifizierung und Anpassung der Behandlung.

In einem Kommentar zu den Ergebnissen betonte Dr. Maria Abreu, MD, die Bedeutung der engmaschigen Überwachung von Patienten mit objektiven, quantifizierbaren Daten, um die besten Ergebnisse zu erzielen. Die Kapselendoskopie sei sicherlich der empfindlichste Test und könnte durch künstliche Intelligenz noch robuster gemacht werden.

Die Studie wurde vom Helmsley Charitable Trust finanziert. Die VCE wurde teilweise von Medtronic bereitgestellt. Die Forscher haben auch finanzielle Offenlegungen für andere Unternehmen gemacht.

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