Home Medizin Kann ein gesundes Darmmikrobiom Nierensteine ​​verhindern?

Kann ein gesundes Darmmikrobiom Nierensteine ​​verhindern?

von NFI Redaktion

OBERSTEN ZEILE:

Veränderungen in der Darm- und Harnmikrobiota spielen offenbar eine entscheidende Rolle bei der Entstehung von Nierensteinen. Dies legt nahe, dass die Vermeidung von Modulatoren wie ungesunder Ernährung und dem Einsatz von Antibiotika dazu beitragen könnte, das Wiederauftreten von Nierensteinen zu verhindern.

Nierensteine entstehen oft durch vom Körper produziertes Kalziumoxalat. Allerdings deuten die Ergebnisse darauf hin, dass für ein besseres Verständnis der Entstehung und Vorbeugung von Steinen der Fokus von der langjährigen Konzentration auf bestimmte Darmbakterien wie z.B. Oxalobacter formigenes auf offensichtliche mikrobielle Ungleichgewichte auf Systemebene gelegt werden sollte.

METHODIK:

  • Die Autoren untersuchten die Darm-, Harn- und orale Mikrobiota von 83 Patienten, bei denen im St. Joseph’s Hospital in London, Ontario, Nierensteine chirurgisch entfernt wurden, und verglichen sie mit 30 gesunden Kontrollpersonen, die zwischen August 2015 und Januar 2019 rekrutiert wurden.
  • Analysen mittels Shotgun-Metagenomsequenzierung wurden unter anderem zur Identifizierung spezifischer Darmbakterien und deren genetischer Fähigkeiten durchgeführt. Einfachere Sequenzierung wurde anhand von oralen und urinären Mikrobiotaproben vorgenommen.
  • Die Patienten waren in den letzten 90 Tagen nicht mit Antibiotika in Kontakt gekommen.

ERGEBNISSE:

  • Signifikante Unterschiede in den Mikrobiota-Störungen in allen drei Mikrobiomen wurden zwischen denjenigen festgestellt, die Nierensteine bildeten, und denen, die keine hatten.
  • Patienten mit Nierensteinen zeigten auch mehr antibiotikaresistente Gene, was auf eine höhere Exposition gegenüber antimikrobiellen Mitteln hindeutet.
  • Diejenigen, die Nierensteine bildeten, wiesen im Vergleich zu gesunden Kontrollpersonen eine verringerte taxonomische und funktionelle Vielfalt auf.
  • Bei Patienten mit Nierensteinen wurden zentrale funktionelle bioenergetische Pfade durch Virulenz-assoziierte Genmarker in der Darm- und Harnmikrobiota ersetzt.
  • Und das Mikrobiom des Gemeinschaftsnetzwerks war bei Menschen mit Nierensteinen zusammengebrochen.
  • Die Autoren spekulierten, dass diese Verschiebungen der mikrobiellen Gemeinschaft an mehreren Standorten das Ergebnis schädlicher Umweltfaktoren, einschließlich der Antibiotika-Exposition, sein könnten.
  • Es wurden jedoch keine Unterschiede in Bezug auf den Oxalatstoffwechsel beobachtet, der gemeinhin als Ursache für die Bildung von Nierensteinen gilt.

IN DER PRAXIS:

  • „Wir fanden heraus, dass diejenigen, die Nierensteine bekamen, ein ungesundes Mikrobiom hatten, einschließlich eines Darmmikrobioms, das eher dazu neigte, Giftstoffe an die Nieren auszuscheiden, und dass sie antibiotikaresistente waren“, erklärte der leitende Autor Jeremy Burton, PhD, der Lawson Wissenschaftler und Forschungsleiter für menschliches Mikrobiom und Probiotika am St. Joseph’s Health Care London, in einer Pressemitteilung.
  • „Wir kommen zu dem Schluss, dass die Veränderung der Mikrobiota ein Merkmal der Steinbildung und dass bei der Behandlung von Nierensteinen die Wiederherstellung der mikrobiellen Funktion und die Vermeidung abweichender Modulatoren wie ungesunde Ernährung und gegebenenfalls Antibiotika berücksichtigt werden sollten, um ein erneutes Auftreten von Steinen zu verhindern“, schrieben die Autoren weiter in der Studie.
  • „Basierend auf diesen Erkenntnissen schlagen wir vor, den Schwerpunkt auf die Untersuchung offensichtlicher mikrobieller Ungleichgewichte auf Systemebene bei Nierensteinbildnern zu legen anstelle der langjährigen Konzentration auf O. formigenes und andere Taxa, die direkt mit Oxalat umgehen“, sagten sie.

QUELLE:

Die Studie wurde am 25. November 2023 im Mikrobiom veröffentlicht.

Sie wurde von der Erstautorin Kait F. Al, PhD, von der Abteilung für Mikrobiologie und Immunologie der University of Western Ontario, London, und Kollegen durchgeführt.

EINSCHRÄNKUNGEN:

Die in der Studie verwendeten Stichprobenverfahren liefern Informationen zur relativen Zusammensetzung, aber nicht zur absoluten Häufigkeit, und die Sequenzierungsmethoden liefern nicht in allen Fällen taxonomische Anmerkungen auf Artenebene.

Die Autoren betonten: „Aus diesem Grund und wegen der Problematik des Vergleichs verschiedener Sequenzierungsmethoden ist beim Vergleich dieser Daten und taxonomischen Anmerkungen in zukünftigen Studien Vorsicht geboten.“

Da es sich bei der Studie um eine Beobachtungsstudie handelte, kann kein Kausalzusammenhang der Steinerkrankung durch die festgestellten Unterschiede zwischen der Mikrobiota gesunder Kontrollpersonen und solchen mit Nierensteinen festgestellt werden.

OFFENLEGUNG:

Die Autoren hatten keine Offenlegungen zu berichten.

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