Home Medizin Ist eine primäre Tumorresektion bei Darmkrebs im Stadium IV von Vorteil?

Ist eine primäre Tumorresektion bei Darmkrebs im Stadium IV von Vorteil?

von NFI Redaktion

OBERSTEN ZEILE:

Neue Daten haben gezeigt, dass bei Patienten mit metastasiertem Dickdarmkrebs, die nicht für eine kurative Therapie geeignet sind, die Resektion des primären Dickdarmtumors vor der Chemotherapie nicht zu einer Verbesserung des Gesamtüberlebens im Vergleich zur alleinigen Chemotherapie führt.

METHODIK:

  • Die Chemotherapie ist die Hauptbehandlung für Patienten mit metastasiertem Dickdarmkrebs im Stadium IV. Es ist unklar, ob die Resektion des primären Tumors vor der Chemotherapie das Überleben verlängert.
  • In den Studien SYNCHRONOUS und CCRe-IV wurden 393 Patienten mit Dickdarmkrebs im Stadium IV und nicht resezierbaren Metastasen randomisiert entweder einer primären Tumorresektion oder einer Vorab-Chemotherapie zugeteilt.
  • Das Chemotherapie-Regime wurde den behandelnden Ärzten überlassen. Das Gesamtüberleben war der primäre Endpunkt der Studie mit einer mittleren Nachbeobachtungszeit von 36,7 Monaten.

ERGEBNISSE:

  • Die mittlere Überlebenszeit betrug 16,7 Monate bei primärer Tumorresektion und 18,6 Monate bei vorheriger Chemotherapie (P = .191).
  • Das vergleichbare Gesamtüberleben zwischen den Gruppen wurde durch eine multivariate Analyse bestätigt (Hazard Ratio 0,944; P = .65) und galt für alle Untergruppen.
  • Schwere unerwünschte Ereignisse traten häufiger bei Chemotherapie im Vorfeld auf (18 % vs. 10 %; P = .027), hauptsächlich aufgrund gastrointestinaler Probleme (11 % vs. 5 %; P = .031).
  • In der primären Tumorresektionsgruppe erhielten insgesamt 24 % der Patienten keine Chemotherapie.

IN DER PRAXIS:

Die Studie liefert überzeugende Daten gegen eine vorherige primäre Tumorresektion bei Patienten mit inoperablem Darmkrebs im Stadium IV, die nicht für eine kurative Therapie geeignet sind. Die Autoren empfehlen daher davon abzusehen, den Primärtumor zu resezieren.

QUELLE:

Die Studie wurde von Nuh N. Rahbari, MD, von der Universität Ulm, Ulm, Deutschland, durchgeführt und am 27. Februar online in der Zeitschrift für klinische Onkologie veröffentlicht.

EINSCHRÄNKUNGEN:

Keine der Studien hat die geplante Patientenrekrutierung abgeschlossen, mögliche Unterschiede in den Studienkohorten und der Studiendurchführung könnten zu Verzerrungen führen. Es wurde kein molekulares Tumorprofil erstellt.

OFFENLEGUNG:

Die Studie wurde nicht kommerziell finanziert, und alle relevanten Offenlegungen der Autoren sind im Originalartikel verfügbar.

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