Home Medizin Ist der Glaube an Aspirin zur Vorbeugung kardialer Ereignisse gerechtfertigt?

Ist der Glaube an Aspirin zur Vorbeugung kardialer Ereignisse gerechtfertigt?

von NFI Redaktion

Am 5. März 2024 herrscht weitgehend die Überzeugung, dass tägliches Aspirin die Herzinfarkt- und Schlaganfall-Risiken verringern kann. Fast 30 Millionen Amerikaner nehmen Aspirin zur Primärprävention ein, während etwa 40% der über 50-Jährigen, also etwa 49 Millionen Menschen, Aspirin entweder zur Primär- oder Sekundärprävention nutzen. Dennoch haben Experten begonnen, die Wirksamkeit von Aspirin zu hinterfragen, was zu einer Neubewertung in der Primärprävention geführt hat.

Die American College of Cardiology/American Heart Association hat in ihrer neuesten Primärpräventionsrichtlinie 2019 festgestellt, dass Aspirin aufgrund fehlenden Nettobenefits seltener eingesetzt werden sollte, insbesondere bei der Vorbeugung von kardiovaskulären Erkrankungen durch fehlenden Nutzen und erhöhtem Blutungsrisiko.

Diese Überlegungen basieren auf den Ergebnissen großer klinischer Studien von 2018, die das Risiko von Blutungen im Gehirn und im Verdauungstrakt im Vergleich zum Nutzen von Aspirin in der Primärprävention abwägten.

John W. McEvoy, MBBCh, Mitautor der Richtlinie und Professor an der National University of Ireland in Galway, betonte, dass es keine Einheitslösung für die Anwendung von Aspirin gibt. Individuelle Entscheidungen müssen basierend auf den Risikofaktoren getroffen werden. Die United States Preventive Services Task Force aktualisierte ihre Empfehlung zu Aspirin in der Primärprävention und legte Altersgrenzen fest, in denen der Nutzen abgewogen werden sollte.

Die Task Force wies darauf hin, dass das Aspirin-Risiko, insbesondere Hirnblutungen bei Menschen über 70 Jahren, erheblich sein kann und keinen klaren Nutzen für die Primärprävention von Schlaganfällen bietet. Eine ausschlaggebende Studie aus 2018 ergab einen Anstieg von Gehirnblutungen bei älteren Menschen, die Aspirin einnahmen.

John J. McNeil von der Monash University stellte fest, dass ältere Menschen, die Aspirin einnehmen, ein erhöhtes Risiko für Hirnblutungen und Schlaganfälle haben. Die Studie zeigte keinen signifikanten Nutzen bei ischämischen Schlaganfällen.

Die ursprünglichen Studien zur Aspirin-Prävention könnten heute aufgrund besserer Kontrolle von Risikofaktoren weniger wirksam sein. Anum Saeed von der University of Pittsburgh berät Patienten sorgfältig über Aspirin basierend auf ihren individuellen Risikofaktoren.

Sie empfiehlt, bevor ältere Menschen Aspirin einnehmen, ihre Risikofaktoren zu kontrollieren und andere Präventionsmaßnahmen zu ergreifen.

McEvoy und Saeed betonen die Bedeutung der Risikoabwägung bei der Entscheidung, Aspirin einzunehmen, insbesondere bei älteren Patienten. Das Absetzen von Aspirin kann Risiken bergen, und es ist wichtig, den Nutzen und die Risiken mit jedem Patienten individuell zu besprechen.

McEvoy betont, dass die Entscheidung zur fortgesetzten Einnahme von Aspirin von individuellen Risikofaktoren abhängt und dass bei älteren Patienten das Blutungsrisiko steigt.

Es gibt keinen klaren Konsens darüber, ob ältere Menschen, die Aspirin zur Primärprävention eingenommen haben, dies weiterhin tun sollten. Die Risikoabwägung und individuellen Faktoren spielen eine wichtige Rolle bei der Entscheidung, Aspirin abzusetzen oder fortzusetzen.

McEvoy betont, dass die Vor- und Nachteile einer weiteren Aspirin-Einnahme immer sorgfältig abgewogen werden sollten und dass individuelle Risikofaktoren zu berücksichtigen sind.

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