Home Medizin Ist atopische Dermatitis mit kognitiven Beeinträchtigungssymptomen bei Kindern verbunden?

Ist atopische Dermatitis mit kognitiven Beeinträchtigungssymptomen bei Kindern verbunden?

von NFI Redaktion

OBERSTEN ZEILE:

Kinder mit atopischer Dermatitis (AD) haben ein erhöhtes Risiko für kognitive Beeinträchtigungen, insbesondere bei vorhandenen neurologischen Entwicklungsstörungen wie ADHS oder Lernbehinderungen.

METHODIK:

  • Es bleibt unklar, ob bestimmte Untergruppen von Kindern mit AD ein höheres Risiko für kognitive Beeinträchtigungen haben.
  • In einer gewichteten Stichprobe von 69.732.807 Kindern mit AD aus der US National Health Interview Survey 2021 untersuchten Forscher den Zusammenhang.
  • Die Hauptergebnisse waren Lern- und Gedächtnisschwierigkeiten, wie von Betreuungspersonen angegeben.
  • Mit einer logistischen Regression verglichen die Forscher das Risiko von Lernschwierigkeiten zwischen 60.509.794 Kindern ohne AD und 9.223.013 Kindern mit AD.

ERGEBNISSE:

  • Kinder mit AD hatten häufiger Lernschwierigkeiten (10,8% vs. 5,9%) und Gedächtnisschwierigkeiten (11,1% vs. 5,8%) im Vergleich zu Kindern ohne AD.
  • Adjustierte Analysen zeigten, dass AD mit einem erhöhten Risiko für Lern- (AOR: 1,77) und Gedächtnisschwierigkeiten (AOR: 1,69) verbunden war.
  • Besonders bei Kindern mit neurologischen Entwicklungsstörungen wie ADHS oder Lernbehinderungen war das Risiko für Gedächtnisschwierigkeiten zwei- bis dreifach höher.
  • Bei Kindern ohne neurologische Entwicklungsstörungen war AD nicht mit kognitiven Beeinträchtigungen verbunden.

PRAXISBEZUG:

Die Ergebnisse legen nahe, dass die Bewertung kognitiver Beeinträchtigungen bei Kindern mit AD und neurologischen Komorbiditäten priorisiert werden sollte, um das Risiko besser einzuschätzen.

QUELLE:

Die Studie wurde von Dr. Joy Wan und Kollegen an der Johns Hopkins University School of Medicine durchgeführt und am 6. März 2024 in JAMA Dermatologie veröffentlicht.

EINSCHRÄNKUNGEN:

Die Studie hatte Einschränkungen wie ihr Querschnittsdesign, die Abhängigkeit von Berichten von Pflegekräften und das Fehlen einiger wichtiger Daten.

OFFENLEGUNG:

Die Studie wurde durch ein Stipendium der National Institutes of Health unterstützt. Dr. Wan erhielt außerhalb der Studie Zuschüsse von Pfizer und persönliche Honorare von Sun Pharmaceutical Industries und Janssen Pharmaceuticals. Keine anderen Autoren hatten Interessenkonflikte.

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