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Intrapartale Antibiotika im Zusammenhang mit Autoimmunerkrankungen im Kindesalter

von NFI Redaktion

OBERSTEN ZEILE:

Studien haben gezeigt, dass Kinder, die während der Geburt Antibiotika ausgesetzt waren, möglicherweise ein erhöhtes Risiko für die Entwicklung von Autoimmunerkrankungen im Kindesalter haben.

METHODIK:

  • Forscher führten eine prospektive Studie mit 45.575 Kindern aus Nordfinnland durch, die zwischen 2007 und 2018 vaginal entbunden wurden.
  • Insgesamt waren 21 % der Kinder intrapartalen Antibiotika ausgesetzt, d. h. ihre Mütter erhielten in den 24 Stunden vor der Geburt ein intravenöses Antibiotikum.
  • Intrapartale Antibiotika werden häufig zur Vorbeugung einer früh einsetzenden Streptokokkenerkrankung der Gruppe B (GBS) bei Neugeborenen eingesetzt. Studien haben gezeigt, dass die Behandlung die Entwicklung der Darmmikrobiota des Kindes verändert, obwohl die Bedeutung dieser Wirkung unbekannt ist.

ERGEBNISSE:

  • Insgesamt wurden 601 Kinder (1,3 %) im Verlauf von etwa fünf Jahren mit einer Autoimmunerkrankung wie Typ-1-Diabetes, rheumatischen Erkrankungen, entzündlichen Darmerkrankungen und Autoimmunerkrankungen der Augen oder der Schilddrüse diagnostiziert.
  • In einer Analyse, die mütterliche und neonatale Faktoren berücksichtigte (95 %-KI: 1,02–1,62), war die intrapartale Antibiotikaexposition mit einem um 28 % erhöhten Risiko für Autoimmunerkrankungen verbunden.
  • Es wurde kein signifikanter Zusammenhang zwischen der intrapartalen Antibiotikaexposition und dem Risiko für allergische oder obstruktive Atemwegserkrankungen festgestellt.

BEDEUTUNG:

Die Autoren betonen, dass der beobachtete Zusammenhang nicht als kausal interpretiert werden sollte, da intrapartale Antibiotika eine effektive Prävention von früh einsetzenden GBS-Erkrankungen bei Neugeborenen darstellen. Dennoch unterstützt der Befund die Entwicklung spezifischerer Präventionsstrategien, wie die Impfung von Müttern, um den zukünftigen Einsatz von Antibiotika zu reduzieren.

QUELLE:

Die Studie wurde von Sofia Ainonen, MD, von der Universität Oulu in Finnland geleitet und am 16. Februar online im American Journal of Obstetrics and Gynecology veröffentlicht.

EINSCHRÄNKUNGEN:

Es ist nicht genau bekannt, wie Veränderungen des Darmmikrobioms durch Antibiotika-Exposition die Entwicklung des Immunsystems beeinflussen. Alternativ könnte GBS bei Müttern das Risiko für immunbedingte Erkrankungen beeinflussen. Langzeitwirkungen sind noch nicht bekannt.

OFFENLEGUNG:

Die Forschung wurde von finnischen medizinischen Stiftungen und Forschungsfonds unterstützt.

Dieser Artikel wurde unter Verwendung mehrerer redaktioneller Tools, einschließlich KI, erstellt und vor der Veröffentlichung von menschlichen Redakteuren überprüft.

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