Stand-up-Comedy

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Unter Stand-up-Comedy versteht man einen überwiegend gesprochenen Solovortrag eines Komikers als Kurzauftritt oder abendfüllendes Programm.

Allgemeines

Stand-up-Comedy besteht meist aus einstudierten Nummern, die oft über Jahre gleich oder ähnlich vorgetragen werden, aber auch spontane, unvorbereitete Elemente sind in den Darbietungen zu finden.

Die Grenzen zwischen Stand-up-Comedy und Kabarett sind fließend (wobei Kabarett üblicherweise gesellschaftskritische Inhalte einschließt).[1] Schauspielerische sowie theatralische Elemente sind ebenfalls mittlerweile in der Stand-up-Comedy zu finden. Die Bandbreite reicht von komischen Alltagssituationen über pointierte Darstellung von Personen, Geschichten, öffentlichen Ereignissen bis hin zu kompletten, abendfüllenden Inszenierungen.

Personen und Veranstaltungen

In den Vereinigten Staaten und anderen, vor allem englischsprachigen Ländern, hat die Stand-up-Comedy eine lange Tradition mit Stars wie Richard Pryor und George Carlin. In Deutschland hat sich seit den 1990er Jahren ebenfalls eine Stand-up-Kultur entwickelt, mit weiter wachsender Tendenz. Zu den frühen Wegbereitern der späteren deutschen Comedy-Szene kann man Loriot, Heinz Erhardt, Otto Waalkes, Dieter Hallervorden oder Karl Dall zählen.[2][3]

Neben Fernsehformaten wie dem Quatsch Comedy Club, NightWash und Fun(k)haus werden komplette Solo-Stand-up-Shows mit zum Teil großem kommerziellem Erfolg für die Bühne produziert und gesendet (zum Beispiel Mario Barth, Michael Mittermeier, Atze Schröder). In vielen Städten im deutschsprachigen Raum gibt es mittlerweile Stand-up-Clubs: offene Bühnen (Open Mic), bei der sich auch Laien ausprobieren können, und sogenannte Mixedshows (für fortgeschrittene oder etablierte Künstler), bei der mehrere Akteure an einem Abend auftreten und Ausschnitte aus ihren Programmen präsentieren oder neue Nummern ausprobieren.

Als weiteres Format etablieren sich auch Wettbewerbsformen wie der Comedy Slam, bei dem das Publikum entscheidet, welcher von mehreren Comedians eine Veranstaltung gewinnt.

Literatur

  • Patrice Oppliger, Eric Shouse (Hg.): The Dark Side of Stand-Up Comedy. Springer 2020. ISBN 978-3-030-37214-9.
  • Helen Davies; Sarah Ilott (Hg.): Comedy and the Politics of Representation. Springer 2018. ISBN 978-3-319-90506-8.
  • Krista Bonello Rutter Giappone: The Punk Turn in Comedy. Springer 2018. ISBN 978-3-319-72841-4.
  • Sophie Quirk: The Politics of British Stand-up Comedy. Springer 2018. ISBN 978-3-030-01105-5.

Einzelnachweise

  1. Christopher Kloë: Komik als Kommunikation der Kulturen, Springer, 2017
  2. Die 10 nachhaltigsten Comedians bei zehn.de
  3. Die Komik entwickelt sich von selbst bei deutschlandfunkkultur.de