Home Medizin Im Vergleich zu anderen Ländern hinkt Großbritannien bei der Krebsbehandlung hinterher

Im Vergleich zu anderen Ländern hinkt Großbritannien bei der Krebsbehandlung hinterher

von NFI Redaktion

Zwei neue Studien, veröffentlicht in The Lancet Oncology, zeigen, dass Menschen im Vereinigten Königreich im Vergleich zu ähnlichen Ländern seltener Chemotherapie und Strahlentherapie erhalten und lange auf Behandlungen warten mussten.

Die erste Studie dieser Art analysierte Daten von über 780.000 Menschen mit einer Krebsdiagnose zwischen 2012 und 2017 in Australien, Kanada, Norwegen und dem Vereinigten Königreich. Acht Krebsarten wurden untersucht, darunter Speiseröhren-, Magen-, Dickdarm-, Mastdarm-, Leber-, Bauchspeicheldrüsen-, Lungen- und Eierstockkrebs.

Die International Cancer Benchmarking Partnership (ICBP) führte diese bahnbrechenden Studien durch, die die Unterschiede in der Behandlung von acht Krebsarten in verschiedenen Ländern auf drei Kontinenten beleuchten. Die Forschungsergebnisse ergänzen frühere Erkenntnisse und helfen zu verstehen, warum die Überlebensraten für Krebspatienten im Vereinigten Königreich im internationalen Vergleich niedriger sind.

  • Die Studie ergab starke Unterschiede in der Behandlung aller acht Krebsarten, insbesondere bei der Verwendung von Chemotherapie und Strahlentherapie. Menschen im Vereinigten Königreich erhielten seltener diese Behandlungen als in anderen Ländern.
  • Ältere Patienten wurden am seltensten mit Chemotherapie und Strahlentherapie versorgt, insbesondere im Vereinigten Königreich.
  • Länder mit höheren Krebsüberlebensraten zeigten eine intensivere Nutzung von Chemotherapie und Strahlentherapie sowie kürzere Wartezeiten vor Behandlungsbeginn.
  • Norwegen und Australien schnitten am besten ab, was den Zeitpunkt für den Beginn der Behandlung betraf.
  • Lange Wartezeiten auf die Behandlung waren in verschiedenen Teilen des Vereinigten Königreichs ein Problem.

Um weltweit führende Krebsergebnisse zu erreichen, müssen alle Krebspatienten, unabhängig von ihrem Standort, die bestmögliche Versorgung erhalten. Es ist entscheidend, dass Menschen die richtige Behandlung zur richtigen Zeit erhalten, um ihre Überlebenschancen zu verbessern.

Die britische Regierung hat die Möglichkeit, die Trends, die in dieser Studie festgestellt wurden, zu überwinden und die Versorgung von Krebspatienten zu verbessern, insbesondere in Bezug auf die Nutzung von Chemotherapie und Strahlentherapie.

– Michelle Mitchell, Geschäftsführerin von Cancer Research UK

Chemotherapie und Strahlentherapie sind wichtige Behandlungsoptionen für viele Krebspatienten. In Zukunft wird die Nachfrage nach diesen Therapien voraussichtlich steigen, da die Zahl der Krebsfälle im Vereinigten Königreich zunimmt. Es ist wichtig, sicherzustellen, dass alle Patienten, einschließlich älterer Menschen mit komplexen Gesundheitsbedürfnissen, Zugang zu diesen lebensrettenden Behandlungen haben.

Es gibt Herausforderungen bezüglich der Wartezeiten für Krebsbehandlungen im Vereinigten Königreich, die zu Verzögerungen führen und die Erfolgsaussichten der Behandlung beeinträchtigen können. Cancer Research UK weist darauf hin, dass die fehlende langfristige Krebsplanung der britischen Regierung zu diesen Problemen beigetragen hat und fordert eine bessere Strategie sowie Investitionen in das Gesundheitssystem.

Die Verbesserung des Zugangs zu qualitativ hochwertigen Krebsbehandlungen erfordert einen strategischen Ansatz. Durch Investitionen in Forschung und Datenerfassung können die Gründe für die Unterschiede in der Behandlung von Krebspatienten besser verstanden und behoben werden. Eine frühzeitige Diagnose und Behandlung sind entscheidend, insbesondere bei aggressiven Krebsarten wie Eierstock-, Lungen- und Bauchspeicheldrüsenkrebs.

Die Forschungsergebnisse zeigen die Dringlichkeit, die Krebsbehandlungslandschaft im Vereinigten Königreich zu verbessern, um die Überlebenschancen und die Lebensqualität der Patienten zu erhöhen. Weitere Untersuchungen werden zeigen, wie sich die Covid-Pandemie auf die Versorgung von Krebspatienten ausgewirkt hat, und helfen, zukünftige Maßnahmen zu planen und umzusetzen.

Die Forschungsergebnisse eröffnen neue Erkenntnisse darüber, wie Unterschiede in der Krebsbehandlung international aufeinander wirken und betonen die Bedeutung einer ganzheitlichen strategischen Herangehensweise an die Krebsversorgung. Fortschritte in der Krebsbehandlung erfordern eine umfassende Analyse und gezielte Maßnahmen zur Verbesserung der Behandlungsergebnisse.

Es ist unerlässlich, dass die Politik und das Gesundheitswesen im Vereinigten Königreich zusammenarbeiten, um die Qualität und den Zugang zu Krebsbehandlungen zu verbessern und die Lebensdauer und Lebensqualität der Betroffenen zu erhöhen.

Quelle:

Zeitschriftenreferenz:

McPhail, S., et al. (2024) Use of Chemotherapy in Patients with Esophageal, Stomach, Colorectal, Rectal, Liver, Pancreatic, Lung, and Ovarian Cancer: A Population-Based Study of the International Cancer Benchmarking Partnership (ICBP).. The Lancet Oncology. doi.org/10.1016/S1470-2045(24)00031-7.

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