Home Medizin Genetischer Hinweis auf Perikarditis-Entzündung deutet auf vielversprechende neue Behandlungsmöglichkeiten hin

Genetischer Hinweis auf Perikarditis-Entzündung deutet auf vielversprechende neue Behandlungsmöglichkeiten hin

von NFI Redaktion


Sequenzvarianten an einem Genomort, der für Interleukin-1-Immunzytokine kodiert, wurden entdeckt, die vor Perikarditis schützen. Dies ist von Bedeutung, da eine neu zugelassene medikamentöse Behandlung von Perikarditis diese Zytokine hemmt, und die Forschung von deCODE Genetics und ihren Mitarbeitern zu ihrer Weiterentwicklung beitragen könnte.

Die Studie „Varianten am Interleukin-1-Genlocus und Perikarditis“ wurde in der Fachzeitschrift „JAMA Kardiologie“ von Wissenschaftlern von deCODE Genetics, einer Tochtergesellschaft von Amgen, sowie ihren Mitarbeitern aus Dänemark, den USA und Island veröffentlicht.

Die Studie umfasst eine genomweite Suche nach Varianten, die das Risiko einer Perikarditis beeinflussen, einer Krankheit, die durch eine oft schmerzhafte Entzündung des das Herz umgebenden Fasersacks gekennzeichnet ist. Bei einer Untergruppe der Patienten kommt es zu einer wiederkehrenden Perikarditis, die auf eine herkömmliche Behandlung mit unspezifischen entzündungshemmenden Medikamenten nicht gut anspricht. Die Rolle spezifischer Immunprozesse bei Perikarditis ist kaum bekannt, und das Ziel der Studie war es, mithilfe der Humangenetik Aufschluss über die Pathogenese der Krankheit zu geben.

Die Wissenschaftler fanden im Genom häufige Varianten, die vor Perikarditis schützen. Diese befinden sich in einer Region mit Genen, die für entzündungsfördernde Interleukin-1-Zytokine kodieren. Medikamente, die diese Zytokine hemmen, wurden früher zur Behandlung anderer entzündlicher Erkrankungen eingesetzt und wurden kürzlich in klinischen Studien bei rezidivierender Perikarditis mit guten Ergebnissen getestet. Eines dieser Medikamente wurde erst 2021 von der US-amerikanischen Food and Drug Administration zur Anwendung bei wiederkehrender Perikarditis zugelassen.

Die Ergebnisse der genetischen Studie liefern wichtige Erkenntnisse. Sie legen nahe, dass Interleukin-1 eine wichtige Ursache für Perikarditis im Allgemeinen sein könnte, da die identifizierten Varianten häufig sind (bis zu etwa 50 % Häufigkeit). Darüber hinaus bilden die Ergebnisse die Grundlage für zukünftige Studien, beispielsweise solche, die darauf abzielen, zu verstehen, welche Interleukin-1-Zytokine am wichtigsten sind und ob das Ansprechen auf die Behandlung vom Genotyp beeinflusst wird.

Quelle:

Zeitschriftenreferenz:

Thorolfsdottir, RB, et al. (2023). Varianten am Interleukin-1-Genlocus und Perikarditis. JAMA Kardiologie. doi.org/10.1001/jamacardio.2023.4820

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