Home Medizin Genetische Fernaufklärung steigert die Testraten für erbliches Krebsrisiko

Genetische Fernaufklärung steigert die Testraten für erbliches Krebsrisiko

von NFI Redaktion

Trotz des Wissens um eine erhöhte genetische Anfälligkeit für bestimmte Krebsarten und die Vorteile von Gentests für Familienmitglieder von Krebspatienten, haben diese Tests nicht in dem Maße zugenommen, wie es Experten erhofft hatten. Eine neue Studie unter der Leitung von Forschern des Dana-Farber Cancer Institute und des Brigham and Women’s Hospital zeigt, dass ein Online-Programm zur genetischen Aufklärung aus der Ferne ein starker Anreiz für die Durchführung von Gentests bei Menschen mit familiärer Krebsvorbelastung sein kann.

In der „Genetic Education, Risk Assessment, and Testing“ (GENERATE) Studie nahmen 601 Personen aus 45 Bundesstaaten teil, die einen engen Verwandten mit der häufigsten Form von Bauchspeicheldrüsenkrebs hatten. Die Teilnehmer erhielten genetische Aufklärung über Online-Fernprogramme. Nach Abschluss dieser Programme unterzogen sich 90 % der Teilnehmer Gentests auf vererbte Variationen in über einem Dutzend Genen, die mit Bauchspeicheldrüsenkrebs assoziiert sind.

Die positive Reaktion der Teilnehmer auf die genetischen Programme wurde durch die Ergebnisse verstärkt. Von den 400 Teilnehmern, die Umfragen ausfüllten, berichteten viele, dass die Gentests keine negativen psychischen Auswirkungen wie Ängste oder Depressionen auslösten.

„Wir wissen, dass 5 bis 10 Prozent aller Krebserkrankungen auf erbliche genetische Variationen zurückzuführen sind und dass Gentests Leben retten können. Trotzdem werden nicht genügend Menschen getestet, die von Gentests profitieren könnten.“ – Sapna Syngal, MD, MPH, Co-Direktorin der Centers for Early Detection and Interception, Dana-Farber Cancer Institute.

Hindernisse für Gentests sind unter anderem begrenztes Verständnis des erblichen Krebsrisikos, Kommunikationsprobleme innerhalb von Familien, Kosten und fehlende genetische Beratungsdienste in der Nähe.

Die GENERATE-Studie zeigte, dass Fernprogramme die Entscheidung für Gentests beeinflussen können, insbesondere bei Menschen, die möglicherweise nicht in der Nähe eines genetischen Beratungszentrums wohnen. Es ist wichtig, den Zugang zu Gentests und genetischer Beratung zu verbessern und das Bewusstsein für ihre Vorteile zu schärfen.

Die Studie, unterstützt durch verschiedene Stiftungen und Forschungseinrichtungen, legt nahe, dass Fernunterrichts- und Testprogramme eine vielversprechende Möglichkeit sind, den Einsatz von Gentests zu fördern und psychische Belastungen zu reduzieren. Es ist von entscheidender Bedeutung, für einen gerechten Zugang zu krebsgenetischen Diensten zu sorgen, insbesondere für marginalisierte Gemeinschaften.

Quelle:

Dana-Farber Cancer Institute

Zeitschriftenreferenz:

Rodriguez, NJ, et al. (2024). A randomized trial of two remote healthcare models for genetic testing acceptance and its impact on patient-reported psychological outcomes in families with pancreatic cancer: The GENERATE study. Gastroenterology. doi.org/10.1053/j.gastro.2024.01.042.

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