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Forscher fordern dringend mehr Investitionen in die Trauerbegleitung

von NFI Redaktion


Die gesundheitlichen Auswirkungen von Trauer sind gut dokumentiert und können zu psychischen Problemen, verminderte Lebensqualität, Vernachlässigung der Gesundheit, Krebs, Herzerkrankungen, Selbstmord und Tod führen. Ein Artikel in The Lancet Public Health fordert nun mehr Investitionen sowohl auf Gemeinschafts- als auch auf Institutionsebene, um Unterstützung für Trauernde zu schaffen.

Die Autoren betonen, dass die gestiegene Sterblichkeit weltweit durch Ereignisse wie COVID-19, Selbstmord, Drogenmissbrauch, Tötungsdelikte und bewaffnete Konflikte die Notwendigkeit unterstreicht, die Trauerfürsorge zu verbessern. Aktuelle Investitionen in diesem Bereich reichen nicht aus, um dieser wachsenden Krise der öffentlichen Gesundheit gerecht zu werden, sagen Forscher. Sie schlagen ein Modell für die Übergangspflege vor, um Trauerbegleitungsdienste in Gesundheitsorganisationen zu festigen und gleichzeitig Gemeinden zu stärken.

Das Center for the Advancement of Bereavement Care am Sylvester Comprehensive Cancer Center setzt sich für dieses Modell ein. Die Gründungsdirektorin des Zentrums, Wendy G. Lichtenthal, betont die Notwendigkeit eines Paradigmenwechsels im Umgang mit Trauer. Das Zentrum basiert auf wissenschaftlichen Erkenntnissen und stärkt die Gemeinschaftsbindung in der Trauerfürsorge.

Eine besondere Herausforderung liegt in der Palliativversorgung als ganzheitlichem Ansatz zur Linderung des Leidens von schwerkranken Patienten und ihren Familien. Verbesserungen in diesem Bereich sind dringend erforderlich, so die Autoren. Trauerbegleitung sollte integraler Bestandteil der Palliativpflege sein, wird jedoch oft vernachlässigt.

Palliativpflege sollte sowohl in der Theorie als auch in der Praxis mit der Trauerbegleitung gipfeln. Dennoch ist die Trauerbegleitung häufig unzureichend ausgestattet und mit ungleichen Zugangsmöglichkeiten behaftet.“

– Wendy G. Lichtenthal, PhD, FT, FAPOS, korrespondierende Autorin

Übergangsmodell der Trauerbegleitung

Das Übergangsmodell der Trauerbegleitung bietet einen Fahrplan, um sicherzustellen, dass die Unterstützung für Trauernde Priorität hat. Es umfasst Maßnahmen wie präventive Trauerbegleitung, Eigenverantwortung für die Trauerbegleitung, Ressourcenzuweisung und evidenzbasierte Pflege.

Das Center for the Advancement of Bereavement Care am Sylvester Comprehensive Cancer Center strebt danach, dieses Modell umzusetzen und als globales Vorbild für andere Gesundheitsorganisationen zu dienen. Es soll dazu beitragen, Trauer als wesentlichen Bestandteil einer ethischen Gesundheitsversorgung zu priorisieren.

Quelle:

Miller School of Medicine der Universität Miami

Zeitschriftenreferenz:

Lichtenthal, WG, et al. (2024). Investitionen in die Trauerbegleitung als Priorität für die öffentliche Gesundheit. The Lancet Public Health. doi.org/10.1016/s2468-2667(24)00030-6.

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