Home Medizin ET ist mit einem dreifach erhöhten Risiko für Demenz verbunden

ET ist mit einem dreifach erhöhten Risiko für Demenz verbunden

von NFI Redaktion

Neue Untersuchungen haben ergeben, dass Menschen mit essentiellem Tremor (ET) fast dreimal häufiger an Demenz erkranken als die Allgemeinbevölkerung.

In einer prospektiven Längsschnittstudie lag die Demenzinzidenz bei älteren Erwachsenen mit ET bei fast 20 %. Diese Raten waren zwar niedriger als bei Parkinson-Patienten, aber dennoch signifikant.

Die von Elan D. Louis, MD, MSc, vom University of Texas Southwestern Medical Center in Dallas, Texas, geleitete Studie ist die umfassendste Darstellung des kognitiven Verlaufs in einer ET-Kohorte. Die Ergebnisse werden auf der Jahrestagung 2024 der American Academy of Neurology (AAN) am 17. April 2024 präsentiert.

Die Prävalenz von leichter kognitiver Beeinträchtigung (MCI) ist fast doppelt so hoch

In der Studie wurden 222 Erwachsene mit ET mit einem Durchschnittsalter von 79 Jahren zu Beginn der Studie untersucht und über einen Zeitraum von durchschnittlich 5 Jahren beobachtet.

Zu Beginn hatten 168 Personen normale kognitive Fähigkeiten, 35 hatten MCI und 19 waren von Demenz betroffen. Im Verlauf der Studie entwickelten 59 Personen MCI und 41 Demenz.

Die kumulative Demenzprävalenz betrug 18,5 % und die jährliche Konversionsrate von MCI zu Demenz lag bei 12,2 % – fast dreimal höher als in der Allgemeinbevölkerung und etwa halb so hoch wie bei Parkinson-Patienten.

Die Prävalenz von MCI (26,6 %) war fast doppelt so hoch wie bei der Allgemeinbevölkerung, aber niedriger als bei Demenzkranken mit Parkinson-Krankheit.

Die Forscher betonen, dass die Konversionsraten zu Demenz bei ET zwischen den natürlichen Alterungsprozessen und Parkinson-Patienten liegen.

Alles andere als trivial

Neurologin Shaheen Lakhan, MD, aus Miami, Florida, kommentierte die Studie und betonte, dass ET nicht länger als harmlose Erkrankung angesehen werden sollte.

Lakhan sagte, dass zukünftige Forschung den Zusammenhang zwischen ET und Demenz weiter klären und neuroprotektive Strategien entwickeln muss. Die Studie markiert einen wichtigen Wendepunkt im Verständnis von essentiellem Tremor.

Angesichts der kognitiven Risiken für ET-Patienten muss die Bezeichnung „gutartig“ neu bewertet werden und die klinische Praxis entsprechend angepasst werden, fügte Lakhan hinzu.

Die Studie wurde von den National Institutes of Health unterstützt. Louis und Lakhan haben keine relevanten Informationen offengelegt.

Related Posts

Adblock Detected

Please support us by disabling your AdBlocker extension from your browsers for our website.