Home Medizin Es ist riskant, Paxlovid mit Immunsuppressiva zu mischen

Es ist riskant, Paxlovid mit Immunsuppressiva zu mischen

von NFI Redaktion

Das Pharmakovigilanz-Risikobewertungskomitee (PRAC) der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA) hat medizinisches Fachpersonal daran erinnert, auf mögliche schwerwiegende Nebenwirkungen im Zusammenhang mit Paxlovid zu achten, insbesondere wenn es in Kombination mit bestimmten Immunsuppressiva verabreicht wird.

Zu diesen Immunsuppressiva gehören Calcineurin-Inhibitoren (Tacrolimus und Ciclosporin) und mTOR-Inhibitoren (Everolimus und Sirolimus), die einen engen sicheren Dosierungsbereich haben. Sie werden zur Schwächung des Immunsystems bei Autoimmunerkrankungen und Organtransplantationen eingesetzt.

Das Risiko entsteht durch Arzneimittelwechselwirkungen, die die Fähigkeit des Körpers zur wirksamen Ausscheidung dieser Arzneimittel beeinträchtigen können.

Paxlovid, auch bekannt als Nirmatrelvir mit Ritonavir, ist ein antivirales Medikament zur Behandlung von COVID-19 bei Erwachsenen mit erhöhtem Risiko für einen schweren Verlauf, die keinen zusätzlichen Sauerstoff benötigen. Es sollte so schnell wie möglich nach der Diagnose und innerhalb von 5 Tagen nach Auftreten der Symptome verabreicht werden.

Die bedingte Marktzulassung für Paxlovid wurde am 28. Januar 2022 in der gesamten Europäischen Union (EU) erteilt und am 24. Februar 2023 in eine vollständige Marktzulassung überführt.

Paxlovid wurde von Pfizer entwickelt und in klinischen Studien wurde eine Reduzierung des Risikos für Krankenhausaufenthalte oder Todesfälle bei ungeimpften Personen um 89 % festgestellt. Die National Institutes of Health räumen Paxlovid gegenüber anderen COVID-19-Behandlungen Vorrang ein. Nachfolgende Praxisstudien haben seine Wirksamkeit sogar bei Geimpften bestätigt.

Bei der Kombination von Paxlovid mit Tacrolimus, Ciclosporin, Everolimus oder Sirolimus müssen medizinische Fachkräfte ihre Blutspiegel aktiv überwachen. Dies ist unerlässlich, um das Risiko von Arzneimittelwechselwirkungen und möglichen schwerwiegenden Reaktionen zu verringern. Ein multidisziplinäres Team von Spezialisten sollte zusammenarbeiten, um die Komplexität der gleichzeitigen Verabreichung dieser Medikamente zu bewältigen.

Außerdem darf Paxlovid nicht zusammen mit Arzneimitteln verabreicht werden, deren Elimination in hohem Maße von CYP3A-Leberenzymen abhängig ist, wie beispielsweise das Immunsuppressivum Voclosporin. Die gemeinsame Verabreichung birgt das Risiko, dass diese Arzneimittel den Stoffwechsel des anderen beeinflussen und zu veränderten Blutspiegeln, verminderter Wirksamkeit oder einem erhöhten Risiko für Nebenwirkungen führen.

Nach einer gründlichen Prüfung hat der PRAC mögliche schwerwiegende Nebenwirkungen aufgrund von Arzneimittelwechselwirkungen zwischen Paxlovid und bestimmten Immunsuppressiva hervorgehoben, einschließlich tödlicher Fälle. Daher wurde eine direkte Mitteilung an medizinisches Fachpersonal (DHPC) herausgegeben, um das anerkannte Risiko dieser Wechselwirkungen hervorzuheben, wie bereits in den Produktinformationen von Paxlovid dargelegt.

Der DHPC für Paxlovid wird vom Ausschuss für Humanarzneimittel der EMA einer weiteren Bewertung unterzogen und nach seiner Annahme an medizinisches Fachpersonal weitergegeben. Der Kommunikationsplan umfasst die Veröffentlichung auf der DHPCs-Seite und in nationalen Registern in allen EU-Mitgliedstaaten.

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