Home Medizin Erwachsene mit spät einsetzender MS haben ein hohes Risiko für eine schnelle Progression

Erwachsene mit spät einsetzender MS haben ein hohes Risiko für eine schnelle Progression

von NFI Redaktion

Neue Erkenntnisse haben gezeigt, dass über 10% aller Fälle von Multipler Sklerose (MS) nach dem 50. Lebensjahr auftreten, was zu einem schnelleren Fortschreiten der Behinderung und einem geringeren Nutzen von krankheitsmodifizierenden Therapien (DMTs) führt.

In einer Studie, die das Late-Onset-MS-Register (LOMS) mit MS im Erwachsenenalter (AOM) in Schweden verglich, wurde festgestellt, dass Personen, die nach dem 50. Lebensjahr diagnostiziert wurden, zum Zeitpunkt der Diagnose häufiger an einer primär progredienten (PP)-Erkrankung litten und ein höheres Maß an Behinderung aufwiesen.

Die Autoren betonten, dass es wichtig sei, die Gruppe der LOMS-Patienten besonders im Auge zu behalten.

Die Studie wurde am 23. Februar online in der Zeitschrift Neurology veröffentlicht.

Zunahme von LOMS

Da die Menschen heute länger leben, wird erwartet, dass die Fälle von LOMS zunehmen. Ältere Patienten wurden jedoch oft von klinischen Studien mit DMTs ausgeschlossen, was zu Unsicherheiten über die Wirksamkeit dieser Medikamente in dieser Altersgruppe führte.

Anhand des schwedischen MS-Registers untersuchten die Forscher die Unterschiede zwischen AOMS (Beginn zwischen 18 und 49 Jahren) und LOMS (Beginn ab 50 Jahren) hinsichtlich klinischer Merkmale, DMT-Nutzung und Behinderungsprogression.

Von den 8739 Patienten hatten 12% LOMS. Personen mit LOMS waren zum Zeitpunkt der Diagnose stärker behindert und litten häufiger an PP-MS im Vergleich zu AOM-Patienten.

Die Studie ergab auch, dass weniger Personen mit LOMS eine DMT erhielten und diese seltener hochwirksame DMTs verwendeten im Vergleich zu AOMS.

Schneller Fortschritt

Personen mit LOMS hatten ein höheres Risiko, fortgeschrittene Behinderungsstadien zu erreichen im Vergleich zu AOMS, insbesondere bei rezidivierender MS.

In einem begleitenden Leitartikel wiesen Experten auf die Dringlichkeit hin, Patienten mit LOMS angemessen zu behandeln und nicht aufgrund ihres Alters von wirksamen Therapien auszuschließen.

Die Studie wurde durch verschiedene Forschungsförderungen finanziert, und die Autoren der Studie sowie die Experten haben keine relevanten Interessenskonflikte offen gelegt.

Related Posts

Adblock Detected

Please support us by disabling your AdBlocker extension from your browsers for our website.