Home Medizin Eine HPV-Infektion ist mit einem doppelt so hohen Risiko für Schilddrüsenkrebs verbunden

Eine HPV-Infektion ist mit einem doppelt so hohen Risiko für Schilddrüsenkrebs verbunden

von NFI Redaktion

In einer kürzlich in der Zeitschrift „Wissenschaftliche Berichte“ veröffentlichten Studie untersuchten Forscher den Zusammenhang zwischen humanem Papillomavirus (HPV) und Schilddrüsenkrebs anhand einer landesweiten Fall-Kontroll-Studie mit taiwanesischen Einwohnern. Die Analyse der Daten von 3.062 Schilddrüsenkrebspatienten und 9.186 gesunden Kontrollpersonen ergab, dass Personen mit einer früheren HPV-Infektion ein mehr als doppelt so hohes Risiko hatten, an Schilddrüsenkrebs zu erkranken, als Personen ohne die Infektion (Odds Ratio 2,199 für HPV-Patienten). Diese Forschung liefert den ersten konkreten Beweis für ein Karzinogen bei Schilddrüsenkrebs, dem häufigsten endokrinen Krebs, der weltweit ein wachsendes Problem darstellt.

Unter Schilddrüsenkrebs versteht man das Wachstum und die Entwicklung bösartiger (krebsartiger) Zellen in der Schilddrüse, einer schmetterlingsförmigen Drüse am Halsansatz. Obwohl Schilddrüsenkrebs und insbesondere seine Erreger heutzutage der häufigste endokrine Krebs weltweit sind, ist er noch immer kaum erforscht. Besorgniserregend ist, dass die Prävalenz dieser potenziell tödlichen Krankheit rapide zugenommen hat. Allein in den Vereinigten Staaten von Amerika (USA) haben sich die Inzidenzraten von Schilddrüsenkrebs in den letzten drei Jahrzehnten mehr als verdreifacht.

Die Schilddrüse ist ein lebenswichtiges endokrines Organ, dessen Sekrete die normale Atmung, Herzfrequenz, Körpertemperatur (Homöostase) und die Funktion des Nervensystems steuern. Bösartige Erkrankungen dieser Drüse sind zwar behandelbar, können jedoch zu schweren Störungen dieser Körperfunktionen führen und bei den Überlebenden lebenslange Komorbiditäten hinterlassen.

Das humane Papillomavirus (HPV) ist ein sexuell übertragbares Virus und die weltweit häufigste sexuell übertragbare Infektion (STI). Trotz der Existenz zahlreicher Impfstoffe gegen HPV wurden allein im Jahr 2018 schätzungsweise 43 Millionen Menschen mit dem Virus infiziert. Während schwere HPV-Infektionen zur Entwicklung von Warzen und Narben im Mund- und Genitalbereich führen, liegt die eigentliche Gefahr des Virus in seiner Karzinogenität – HPV (einschließlich asymptomatischer Infektionen) wurde als Ursache zahlreicher Krebsarten identifiziert und wird als Ursache geschätzt verantwortlich für 3 % der Krebserkrankungen bei Frauen und 2 % der Krebserkrankungen bei Männern weltweit.

Die vorliegende Studie ergab, dass bei Patienten, die mit HPV infiziert waren, die Wahrscheinlichkeit, später an Schilddrüsenkrebs zu erkranken, 2,199-mal höher war als bei Patienten ohne Vorgeschichte des Virus. Dies deutet auf einen starken Zusammenhang zwischen den beiden Krankheiten hin und stellt den ersten Beweis dafür dar, dass HPV ein Schilddrüsenkrebs auslösendes Karzinogen ist. Propensity-Score-Matching und statistische Analysen bestätigten, dass keine statistisch signifikanten Unterschiede zwischen Fällen und Kontrollen bestehen, was die Unterstützung für HPV als treibende Kraft für die beobachtete Inzidenz von Schilddrüsenkrebs stärkte.

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