Home Medizin Doppelt so schön? Doppelte Antibiotika bei Einzelinfektion problematisch

Doppelt so schön? Doppelte Antibiotika bei Einzelinfektion problematisch

von NFI Redaktion

OBERSTEN ZEILE:

Antibiotikabehandlungen bei Atemwegsinfektionen (RTIs) bei Erwachsenen und Kindern machen ≥ 10 % der gesamten Antibiotikaverordnungen aus, insbesondere bei älteren Patienten (65+ Jahre) und kleinen Kindern (< 2 Jahre). Wiederholte Antibiotikaverschreibungen innerhalb einer Episode (oft in derselben Klasse) sind häufig.

METHODIK:

  • Eine retrospektive, bevölkerungsbasierte Kohortenstudie wurde in 530 englischen Allgemeinpraxen durchgeführt, um den Anteil der wiederholten Antibiotikaverschreibungen innerhalb von RTI-Folgen zu bewerten.
  • Der primäre Endpunkt war der Anteil der Episoden, in denen wiederholt Antibiotika verschrieben wurden.
  • Eine RTI-Episode wurde als Beginn der ersten Verschreibung definiert und galt als verlängert, wenn innerhalb von ≤ 28 Tagen eine weitere RTI-Konsultation stattfand.
  • Der primäre Endpunkt wurde nach Zeit, Alter und Art der RTI stratifiziert.

ERGEBNISSE:

  • Insgesamt wurden 905.964 untere oder obere RTIs mit ≥ 1 Antibiotika-Verordnung identifiziert; 48,6 % bzw. 89,9 % der Episoden waren mit einem oberen RTI bei Erwachsenen bzw. Kindern verbunden.
  • 12,7 % der Verschreibungen waren Wiederholungen innerhalb einer Episode; die Raten waren bei Erwachsenen bei einem niedrigeren RTI am höchsten.
  • Wiederholte Verschreibungen traten am häufigsten bei Kindern unter 2 Jahren und Erwachsenen über 65 Jahren auf.
  • Zu den Risikofaktoren gehörten allergische Rhinitis, orale Kortikosteroide und chronisch obstruktive Lungenerkrankungen.

IN DER PRAXIS:

Ärzte sollten darauf hinweisen, dass eine einzelne Behandlung oft ausreicht und dass der natürliche Verlauf von RTIs oft länger ist als die meisten Antibiotikabehandlungen.

QUELLE:

Die Studie wurde von Arief Lalmohamed von der Universität Utrecht, Niederlande, geleitet und erschien online in der Zeitschrift für Infektionen.

EINSCHRÄNKUNGEN:

Einschränkungen der Studie waren u.a. verpasste Antibiotikaverschreibungen, fehlende Störfaktoren und mögliche Selektionsverzerrungen und ein überschätzter Antibiotikaverbrauch.

OFFENLEGUNG:

Die Studie wurde nicht finanziell gefördert und die Autoren haben keine Interessenkonflikte gemeldet.

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