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Diabetes erhöht das Risiko einer Herpes-Zoster-Krankenhauseinweisung

von NFI Redaktion

OBERSTEN ZEILE:

Diabetes erhöht signifikant das Risiko für Krankenhausaufenthalte, Rehospitalisierungen und Komplikationen aufgrund von Herpes Zoster (HZ).

METHODIK:

  • Es wurde eine zweiphasige Studie durchgeführt, um die altersstandardisierten HZ-Krankenhauseinweisungsraten zwischen Personen mit und ohne Diabetes in den Jahren 2010–2019 zu vergleichen.
  • In der zweiten Phase wurden die Risikofaktoren für Krankenhausaufenthalte aufgrund von HZ bei 161.357 Patienten mit neu diagnostiziertem Typ-2-Diabetes untersucht, die zwischen 2000 und 2019 von regionalen Diabeteskliniken behandelt wurden. Von diesen Patienten hatten 179 nach der Diabetesdiagnose einen HZ-Vorfall erlebt.

ERGEBNISSE:

  • Insgesamt gab es 3423 Krankenhausaufnahmen aufgrund von HZ, wovon 17,9 % (n = 614) bei Patienten mit Diabetes auftraten.
  • Die rohen HZ-Krankenhauseinweisungsraten pro 100.000 Einwohner über 10 Jahre betrugen 22,8 (95 %-KI: 21,0–24,6) bei Personen mit Diabetes im Vergleich zu 6,5 (95 %-KI: 6,2–6,7) bei Personen ohne Diabetes.
  • Die standardisierten HZ-Krankenhauseinweisungsraten pro 100.000 Einwohner variierten zwischen 15,9 und 6,0 bei Diabetikern in den Jahren 2014–2015 bzw. 2018–2019 im Vergleich zu einer progressiven Reduzierung der altersbereinigten Raten bei Personen ohne Diabetes.
  • Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer betrug 17,2 Tage bei Patienten mit Diabetes im Vergleich zu 13,9 Tagen bei Personen ohne Diabetes, wobei dieser Unterschied nach Altersanpassung weniger signifikant wurde.
  • Das Risiko einer Wiederaufnahme innerhalb von zwei Jahren betrug 10,8 % bei Diabetespatienten im Vergleich zu 6,6 % bei Personen ohne Diabetes.
  • Signifikante Risikofaktoren für eine HZ-Krankenhauseinweisung waren männliches Geschlecht, höheres Alter, Fettleibigkeit und ein HbA1c-Wert von > 8 % (alle P < .0001).
  • Bestehende Komorbiditäten wie Neuropathie, Retinopathie, chronische Nierenerkrankung, ischämische Herzerkrankung, zerebrovaskuläre Erkrankung und Dyslipidämie waren mit einem geringeren Risiko für einen Krankenhausaufenthalt aufgrund von HZ verbunden (alle P < .0001).

IN DER PRAXIS:

Die Autoren betonen die erhöhte Anfälligkeit von Diabetikern für HZ-Infektionen und Komplikationen, was die Bedeutung präventiver Maßnahmen wie verbesserte Glukosekontrolle, Impfungen und frühzeitige antivirale Behandlungen für Patienten mit frühen HZ-Symptomen unterstreicht. Gesundheitsdienstleister sollten über diese Risiken informiert werden, um die Erkennung und Behandlung zu verbessern und die Krankenhausaufenthaltsdauer zu verkürzen sowie erneute Krankenhausaufenthalte zu reduzieren.

QUELLE:

Die Studie wurde von Carlo B. Giorda, MD, von der Metabolism and Diabetes Unit in Chieri, Italien, und Kollegen durchgeführt und am 7. März 2024 online in Diabetes Research and Clinical Practice veröffentlicht.

EINSCHRÄNKUNGEN:

Die vorliegenden Daten beziehen sich ausschließlich auf stationäre Patienten.

OFFENLEGUNG:

Diese Studie wurde teilweise von der Chaira Medica Association unterstützt, einer gemeinnützigen Organisation zur Erforschung endokriner und metabolischer Störungen in Chieri, Italien, bei der einer der Autoren beschäftigt ist. Alle Autoren gaben an, keine Interessenkonflikte zu haben.

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