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Den Patienten schlechte Nachrichten mitteilen

von NFI Redaktion

Es ist eine der herausforderndsten und stressigsten Aufgaben für Ärzte, den Patienten oder seinen Angehörigen schlechte Nachrichten zu überbringen, unabhängig von ihrem Fachgebiet. Die Informationen, die in solchen Gesprächen bereitgestellt werden, haben oft einen großen Einfluss auf die Lebensperspektive der Betroffenen. Besonders Ärzte, die Onkologiepatienten behandeln, stehen oft vor dieser schwierigen Aufgabe, die auch ihre eigene emotionale Verfassung beeinflussen kann.

Die Art und Weise, wie schlechte Nachrichten übermittelt werden, spielt eine entscheidende Rolle für die psychologische Belastung des Patienten. Es gibt verschiedene Kommunikationstechniken und Richtlinien, die entwickelt wurden, um Ärzten dabei zu helfen, diese schwierige Aufgabe effektiv zu bewältigen.

Eine der wichtigsten Empfehlungen von Experten ist, schlechte Nachrichten persönlich zu überbringen, um angemessen auf die emotionalen Reaktionen von Patienten oder Angehörigen eingehen zu können. In einigen Situationen kann jedoch die Übermittlung schlechter Nachrichten per Telefon sinnvoller sein.

Seit dem Ausbruch der COVID-19-Pandemie hat die Bekanntgabe schlechter Nachrichten am Telefon weltweit an Bedeutung gewonnen, da persönliche Besuche eingeschränkt wurden. Es bleibt jedoch noch zu klären, welche psychologischen Auswirkungen es hat, wenn schlechte Nachrichten am Telefon übermittelt werden im Vergleich zur persönlichen Überbringung.

Richtige und falsche Wege

Ein bekanntes Protokoll zur Übermittlung schlechter Nachrichten ist SPIKES, ein Sechs-Phasen-Protokoll, das speziell für die Kommunikation mit Krebspatienten entwickelt wurde. Es wird in verschiedenen Ländern als Leitfaden für die Praxis und das Training von Kommunikationsfähigkeiten genutzt. SPIKES steht für sechs empfohlene Schritte zur Übermittlung schlechter Nachrichten:

  • Einstellung: Richten Sie das Gespräch ein.
  • Wahrnehmung: Bewerten Sie die Wahrnehmung des Patienten.
  • Einladung: Fragen Sie den Patienten, was er wissen möchte.
  • Wissen: Vermitteln Sie dem Patienten Wissen und Informationen in kleinen Teilen.
  • Emotionen: Erkennen Sie die Emotionen des Patienten an und gehen Sie einfühlsam darauf ein.
  • Strategie und Zusammenfassung: Fassen Sie einen medizinischen Aktionsplan zusammen und definieren Sie ihn.

Die Lehre aus SPIKES ist, dass es schwer für eine Person ist, über etwas zu diskutieren, wenn sie starke Emotionen empfindet. Es ist wichtig, Pausen zuzulassen und Empathie zu zeigen, um dem Patienten zu ermöglichen, seine Gefühle auszudrücken. Studien zu den Ergebnissen dieser Protokolle sind jedoch begrenzt.

Eine aktuelle Studie untersuchte die psychologische Belastung von Patienten, die schlechte Nachrichten persönlich oder am Telefon erhielten. Die Ergebnisse zeigten keinen signifikanten Unterschied in der psychologischen Belastung, der Zufriedenheit der Patienten oder in Bezug auf Angstzustände, Depressionen und posttraumatische Belastungsstörungen.

Richtlinien für die Praxis

Die Nachfrage nach Telemedizin wächst trotz begrenzten Wissens über mögliche Nebenwirkungen. Es ist wichtig, die Patienten auf die Möglichkeit vorzubereiten, schlechte Nachrichten zu erhalten, und sicherzustellen, dass das Gespräch in einem angemessenen Umfeld stattfindet. Die Art und Weise, wie die Nachrichten übermittelt werden, ist entscheidend.

Diese Geschichte wurde aus dem Italienischen übersetzt und von Univadis Italien zur Verfügung gestellt.

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