Home Medizin Das Riechen vertrauter Düfte kann depressiven Menschen bei ihrer Genesung helfen: Studie

Das Riechen vertrauter Düfte kann depressiven Menschen bei ihrer Genesung helfen: Studie

von NFI Redaktion

Ein aktuelle Studie hat herausgefunden, dass das Riechen vertrauter Düfte depressiven Menschen bei ihrer Genesung helfen könnte. Die Forscher stellten fest, dass vertraute Düfte möglicherweise effektiver als Worte sein könnten, um depressive Gedanken zu lindern.

Eine Studie der University of Pittsburgh School of Medicine, veröffentlicht in Jama Network Open, ergab, dass vertraute Düfte die Erinnerungen an persönliche Erfahrungen bei Menschen mit Depressionen erleichtern könnten, was wiederum bei der Genesung helfen könnte. Kymberly Young, die leitende Autorin der Studie, kommentierte: „Es ist nicht so, dass depressive Patienten keine Erinnerungen haben – es ist so, dass sie Schwierigkeiten haben, auf sie zuzugreifen. Es war für mich überraschend, dass niemand daran gedacht hat, die Gedächtnisabrufe bei depressiven Personen mithilfe von Geruchshinweisen zu untersuchen.“

Die Studie umfasste 32 Teilnehmer mit diagnostizierter klinischer Depression. Sie erhielten Glasfläschchen mit 24 vertrauten Geruchsproben, die als angenehm, neutral oder unangenehm klassifiziert wurden. Nachdem sie an jedem Fläschchen gerochen hatten, wurden die Teilnehmer gebeten, sich als Reaktion auf den Duft an eine bestimmte Erinnerung aus ihrem Leben zu erinnern. Das gleiche Experiment wurde mit 24 Worten wiederholt, die jeden Geruch beschrieben.

Die Forscher stellten fest, dass depressiven Personen die Erinnerungen leichter fielen, wenn sie Geruchsreize im Vergleich zu Wortreizen erhielten. Etwa 68 % der Teilnehmer konnten sich als Reaktion auf Gerüche an bestimmte Erinnerungen erinnern, im Gegensatz zu 52 %, die das schafften, wenn ihnen Wortreize präsentiert wurden.

Weiterhin schrieben die Forscher: „Durch Gerüche hervorgerufene Erinnerungen wurden insgesamt als lebendiger und erregender bewertet als durch Worte hervorgerufene Erinnerungen.“ Die Erinnerungen waren durch Geruchshinweise spezifischer, während Wortreize allgemeinere Erinnerungen hervorriefen.

Obwohl die Teilnehmer nicht angewiesen wurden, sich speziell an positive Erinnerungen zu erinnern, deuteten die Ergebnisse darauf hin, dass sie dazu neigten, sich an positive Ereignisse zu erinnern. Die Forscher haben nun vor, den Zusammenhang zwischen bestimmten Gerüchen und positiven Erinnerungen bei Menschen mit Depressionen genauer zu untersuchen.

Young kommentierte außerdem: „Wenn wir das Gedächtnis verbessern, können wir die Problemlösung, die Emotionsregulation und andere funktionelle Probleme verbessern, unter denen depressive Menschen häufig leiden.“

Einige Einschränkungen der Studie sind, dass keine gesunde Kontrollgruppe einbezogen wurde und die Stichprobengröße relativ klein ist.

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