Home Medizin Das kleine Molekül A485 mobilisiert bei Bedarf weiße Blutkörperchen

Das kleine Molekül A485 mobilisiert bei Bedarf weiße Blutkörperchen

von NFI Redaktion

Die Leukozyten, auch als weiße Blutkörperchen bekannt, spielen eine wichtige Rolle bei der Bekämpfung von Krankheitserregern und Fremdkörpern im Körper. Trotz ihrer Bedeutung gibt es bisher nur wenige Medikamente, die gezielt auf die Produktion und Bewegung dieser Zellen eingreifen, um klinisch nützliche Effekte zu erzielen. In einer aktuellen Studie, die in der Zeitschrift Immunität veröffentlicht wurde, wurden potenzielle medikamentöse Ziele für die Bewegung von Leukozyten im Blutkreislauf identifiziert.

Die Forscher konzentrierten sich auf ein Signalmolekül namens E1A-assoziiertes Protein p300 (EP300 oder p300), das eine wichtige Rolle bei der Leukozytose, insbesondere bei der schweren angeborenen Neutropenie (SCN), zu spielen scheint. Die Hemmung der niedermolekularen CBP/p300-Histon-Acetyltransferase mit einem Inhibitor führte zu einer schnellen Zunahme der Leukozytenzahl im Blut. Diese Wirkung war dose-abhängig und hielt auch bei wiederholter Verabreichung an. Die Studie zeigte auch, dass der Inhibitor bei Mäusen ähnliche Effekte wie das Granulozyten-kolonie-stimulierende Faktor (G-CSF) hatte, aber eine kürzere und unterschiedliche Wirkungsdauer.

Die Forscher untersuchten auch die Wirkung des Inhibitors bei Patienten mit Rubinstein-Taybi-Syndrom (RSTS) und stellten fest, dass das kleine Molekül die Leukozytenzahl regulieren konnte. Zudem zeigte sich in Tiermodellen, dass der Inhibitor die Leukozytenzahl bei myelodysplastischem Syndrom normal hielt und zur Verbesserung des Überlebens bei sepsisinduzierter Neutropenie beitrug.

Weitere Forschung ist erforderlich, um die optimale Verwendung des Inhibitors zu bestimmen, aber die Studie zeigt vielversprechende Ergebnisse für die Behandlung von Krankheiten, die mit abnormalen Leukozytenzahlen einhergehen. Es ist auch möglich, dass der Inhibitor zur adjuvanten Krebstherapie eingesetzt werden kann, da er eine antitumorale Wirkung aufweist. Die Erkenntnisse aus der Studie weisen auch auf die Rolle von ACTH und nicht seiner Folgeprodukte, den Glukokortikoiden, bei der Regulierung der Leukozyten und der G-CSF-Aktivität hin.

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